Wednesday, April 13, 2011

Von West nach Ost – Irgendwo im Nirgendwo


“Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist blau...”
            “Der Himmel!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gruen...”
            “Der Baum!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gelb...”
            “Das Verkehrsschild!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das geht geradeaus...”
            “Die Strasse!”

Ihr merkt schon, uns war ziemlich langweilig. Koennen wir kurz klaeren, warum uns eigentlich langweilig war? Und koennen wir dann noch klaeren, wo wir ueberhaupt gewesen sind? Wir versuchten irgendwie vom Westen Australiens in den Osten zu kommen.
Vorgenommen hatten wir uns cirka 6500 km auf die andere Seite des Kontinents zu fahren; das genaue Ziel war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.
Wie genau wollten wir das machen?
Auf Strassen, die durchs Nichts fuehren und groesstenteils nur geradeaus gehen. Unter anderem die laengste Geradeaus-Strecke Australiens. 146 km auf denen einfach nichts passiert.
Stellt euch vor, ihr setzt euch daheim ins Auto, drueckt aufs Gas und bewegt dann das Lenkrad keinen Milimeter mehr.
Wo kommt ihr raus?
Wir durften eine Kurve fahren und landeten dann auf der naechste Strecke, die geradeaus ging.
Da kann einem schon mal langweilig werden, wenn man weiss, dass sich die Situation die ganze naechste Woche nicht aendern wird.  Also versuchten wir, das Beste daraus zu machen und uns erstmal mit typischen Dingen, wie ‘Ich sehe was, was du nicht siehst’ oder Kreuzwortraetsel zu beschaeftigen. Fuer 5 Minuten waren wir gluecklich, bis wir eine bessere Idee hatten.

“rote 5”
“Ich kann nicht”
“Ok ich hab eine ‘2-Ziehen’ gelegt”
“Wenn ich noch mehr Karten ziehen muss, kann ich das Lenkrad nicht mehr festhalten”
“UNO”

Halten und lenken ging nicht so gut, nach der naechsten Kurve war Schluss mit UNO. Wir uebten Mathe – wir zaehlten alles, was wir sahen. Da wir beide nicht so gut in Mathe sind, kann das nicht viel gewesen sein.
Uns kamen 9 Oversize-Fahrzeuge entgegen. Was heisst Oversize? Oversize heisst, ein Fahrzeug, das mindestens zwei Fahrbahnen braucht.
Ja auch die, auf der wir fahren. Also heisst das fuer uns, so schnell wie moeglich irgendwie runter von der Strasse und schauen, was vorbeifaehrt. Haeuser und Schiffe, die an einem vorbei fahren, sind da nicht so ungewoehnlich.
Etwas ungewoehnlicher ist es dann schon, wenn einem mitten auf dem Highway ein Jogger entgegen kommt. Wir stellten uns die Frage, ‘wo kommt er eigentlich her?’, weil wir vor morgen in keinem Ort ankommen werden. Und vorallem ‘wo will er eigentlich hin?’, im letzten Ort waren wir naemlich gestern.
Auf dem Weg zum naechsten Ort, der 200 km entfernt war, zaehlten wir entgegenkommende Autos. Auf 200 km trafen wir 4 Autos!!
Ausserdem sahen wir 8 Zebrastreifen mitten auf dem Highway. Wir hielten an und schauten nach links...kein Fussgaenger. Wir schauten nach rechts...auch kein Fussgaenger. Wo sollten die auch herkommen, mitten im Nichts?!
Eigentlich warteten die Zebrastreifen auch nicht auf Fussgaenger, sondern auf Flugzeuge. Wir haben die Flugzeug-Notlandeplaetze mitten im Outback gefunden.

Bei so einem riesengrossen Land, mit so viel Nichts, ist es auch kein Wunder, dass man Notlandeplaetze braucht.
Auf unserer Reise von West nach Ost merkten wir, wie gross dieses Land wirklich ist. Wir kreuzten 3 Grenzen und machten ziemlich grosse Spruenge auf der Uhr.
Angefangen hat alles ganz harmlos, als Deutschland auf Sommerzeit umstellte und unser Zeitabstand nach Hause sich um eine Stunde verringerte. Dass wir hier gegen die Zeit fuhren und unsere australische Uhr um 45min  vorstellen mussten haben wir ja auch noch hinbekommen. Die naechste Zeitzone, die unsere Uhr um 1h 45min nach vorne verstellte, fing dann schon an uns etwas zu verwirren. Als wir dann weiterfuhren und die Uhr nochmal um 30min vorstellen mussten und Australien am naechsten Tag dann auch noch auf Winterzeit umstellte, kamen wir gar nicht mehr mit unserem Leben klar.
5 Zeitumstellungen in einer Woche waren einfach zu viel fuer uns!

Nicht nur die Zeitumstellung verwirrte uns, sondern auch die Masse an Tieren, die man innerhalb einer Woche treffen kann.
Los ging es mit einem Kakadu-Schwarm vor uns auf der Strasse. Normalerweise hauen Voegel freiwillig ab, wenn wir durchfahren wollen. Dass ausgerechnet diese Voegel nicht schnell genug waren, konnten wir ja nicht ahnen. Und dass einer von ihnen sich auch noch an unserer Autoantenne umbrachte, war dann nicht nur Pech fuer den Vogel, sondern auch fuer uns. Wir koennen jetzt kein Radio mehr hoeren, dafuer hat der tote Kakadu ein neues Piercing.

Wenig entspannt sollte es in der folgenden Nacht weitergehen. Wir hatten Besuch und das nachts um 2!

Suse: “Du, ich glaub da ist eine Maus in der Autoverkleidung.”
Saskia: “Jaja, ich sehe nachts auch immer Kaengurus.”
Suse: “Du, ich glaub da ist wirklich eine.”
Saskia: “Scheisse, ich glaub du hast Recht. Was machen wir denn jetzt?”

Um uns nicht noch mehr Besucher einzufangen und diesen speziellen Gast womoeglich zu verlieren, haben wir uns entschieden, den Parkplatz zu wechseln. Am naechsten Morgen hatten wir die Maus schon fast wieder vergesen, bis wir sie beim Oel nachfuellen in der Motorhaube trafen.
Unser Plan: schnell umpacken und losfahren, bevor sie wieder einsteigt und falls doch, sie im Motor zu grillen.
Das Umpacken ging leider nicht ganz so schnell, da sich ein zweiter Besucher im Kofferraum eingeschlichen hatte. 8 Beine, viele Haare und etwa so gross wie unsere Handflaeche ohne Finger. Mit dem Sonnenschirm nahmen wir den Kampf gegen die Riesen-Spinne auf und gewannen natuerlich.
Ohne Spinne und hoffentlich auch ohne Maus konnte es weitergehen.

Nach dieser harten Nacht und dem schlechten Start in den Tag, freuten wir uns die ganze Weiterfahrt ueber auf das Abendessen und hielten uns mit dem Gedanken an Schmetterlingsnudeln und Creamy-Tomato-Sosse bei Laune. Abends auf dem Parkplatz angekommen hiess es Kocher und Topf raus – Nudelwasser rein – Topf auf den Kocher und los geht’s. Doch schon nach kurzer Zeit war Schluss mit lustig – unser Gaskocher brannte! Auch beim zweiten Versuch brannte er immer noch!
Wisst ihr, wie man sich fuehlt, wenn man sich den ganzen Tag aufs Essen freut und die einzige Kochmoeglichkeit dann in Flammen aufgeht und einem mitten in der Pampa auch noch das Toastbrot ausgegangen ist?
Zum Glueck war das die erste, seit vielen Naechten, in der wir Nachbarn hatten. Mit Topf und Nudeln unter dem Arm wurden wir herzlich im australischen Wohnwagen aufgenommen. So kamen wir doch noch zu unserem lang ersehnten Abendessen.

Die darauffolgende Nacht kann man dann wohl als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen. Leckeres Essen, keine Tiergeraeusche und erholsamer Schlaf.
Dies sollte fuer die naechsten Tage die letzte Nacht mit erholsamen Schlaf werden.

Schon fast in Vergessenheit geraten war unsere Maus wieder da!
Das Knabbern vor dem Beifahrersitz konnte man sich ja noch einbilden – das Knabbern unter unseren Koepfen aber nicht! Jetzt waren wir uns sicher, diesmal sass sie nicht in der Autoverkleidung, sondern mit uns gemeinsam IM Auto!
Eins war uns klar, mit Maus unter dem Kopfkissen konnten wir schlafen vergessen.
Was also tun, im Dunkeln alleine auf einem Parkplatz? Wir zogen aus...mit Schlafsack und Fleece-Decke warteten wir bei 11 Grad auf unseren Camping-Stuehlen darauf, dass die Sonne endlich aufging und wir uns die Katastrophe im Auto naeher anschauen konnten.
Eine Katastrophe war es wirklich...da leistet man sich einmal die teuren Schokocookies und dann isst sie jemand anderes auf!
Auch unsere kompletten Nudelvorraete waren angeknabbert.
Doch nicht nur das, ihre Spuren liessen sich im kompletten Auto finden. Schokoflecken auf dem Sitz – Kruemel unter der Motorhaube – Pipi auf Saskias Brille und zu guter Letzt Maeusekacke in unserem Bett im Kofferraum.
Nach einer Komplettreinigung unseres Autos landeten wir, so wie wir waren bei McDonalds – in Herzchenhosen-Schlafanzug. Den Kaffee hatten wir uns nach dieser Nacht verdient.

Die naechste Nacht wurde nicht besser.
Dass wir unser Bett mit einer Maus teilten, hatten wir akzeptiert. Mit weiteren Besuchern hatten wir allerdings nicht gerechnet.
Um nicht noch mehr Ungeziefer ins Auto zu locken, hatten wir unser dreckiges Geschirr in einer verschlossenen Plastiktuete ausquartiert. Genau das war der Fehler! Dem Dingo war es naemlich egal, ob unser Geschirr verpackt war oder nicht!
Durchs Autofenster konnten wir beobachten, wie unser Topf sich gemeinsam mit dem Wildhund von uns verabschiedete!

Nachdem uns erst der Kocher explodiert ist, die Maus unsere Nudeln aufgegessen hatte und dann auch noch der Dingo den Topf klaute, beschlossen wir wenigstens unser Bett zu verteidigen. Mit Mausefallen und Nutella ging es auf Jagd! Wahrscheinlich hatten wir unseren Plan zu laut angekuendigt – nach 5 gemeinsamen Naechten verliess uns die Maus freiwillig!

Von nun an fuhren wir nur noch zu zweit mit Blinky quer durch Australien und wieder mussten wir uns irgendwie beschaeftigen.

“Ich sehe was, was du nicht siehst und das huepft vor uns ueber die Strasse...”
            “Oh ne, nicht schon wieder ein Kaenguru!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das schaut dumm ueber den Zaun...”
“Entweder ein Emu, ein Emu-Paerchen, eine Emu-Familie oder ein Emu-Baby!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das hat mal gelebt...”
            “Igitt, schon wieder ein totes Tier, fahr bloss nicht schon wieder drueber!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das geht geradeaus...”
“Jaa ich weiss, die Strasse geht immernoch geradeaus, kannst du nicht mal ein paar Kurven fahren?!”
“Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gruen mit weisser Schrift...”
            “Juhu, das Ortsschild von Mackay!”

Nach 7 Tagen hatten wir es endlich geschafft. Wir sind an der Ostkueste angekommen!


Ps.: Wie immer wollten wir das Ganze eigentlich mit ein paar Bildern veranschaulichen, doch leider hat sich unser Fotokabel auch von uns verabschiedet. Wir sind uns nicht so ganz sicher, ob es Blinky geschluckt hat oder es sich einer unserer vielen Besucher ausgeliehen hat. Wir setzen alles daran, unser Fotokabel zurueckzubekommen, damit beim nachsten Blog wieder alles besser wird!


Unser etwa 6450km - Route quer durch den Kontinent: 
  • Von Exmouth 850 km die Kueste runter bis in die erste Stadt Geraldton  
  • Quer durch bis Coolgardie  
  • Weiter durch Norseman  
  • Die Suedkueste entlang, ueber die Grenze nach South Australia bis Ceduna  
  • Weiter nach Port Augusta, nach weiteren 2750 km die naechste Stadt
  • Ueber die Grenze nach New South Wales nach Broken Hill  
  • Weiter bis Cobar  
  • Senkrecht nach oben ueber die Grenze nach Queensland bis Barcaldine
  • Weiter nach Emerald  
  • Und schliesslich nach weiteren 2850 an die Kueste nach Mackay

    Monday, April 4, 2011

    Als Backpacker 'on the road'

    Woran erkennt man eigentlich einen Backpacker?

    Primaer zu erkennen am Kleidungsstil. 2 kurze Hosen, 5 T-Shirts, 1 Paar Flip Flops - alles bunt miteinander kombiniert, egal ob passend oder nicht. Was nicht passt, wird passend gemacht und mit Sonnenbrille sieht man sowieso gut aus. Diese wenigen Kleidungsstuecke sehen allerdings einzeln auch nicht so wirklich gut aus - Flecken und Loecher gehoeren zum Alltag.
    


    Falls man sich jetzt noch nicht sicher ist, ob man einen Backpacker vor sich hat, schaut man sich einfach seinen Kopf an.
    Maennliche Backpacker sind vor allem daran zu erkennen, dass sie mindestens einen 3-Tage-Bart oder besser gesagt einen 7-Tage-Bart haben.
    An weiblichen Backpacker erkennt man an der Haarlaenge und der Splissmenge, wie lange sie schon unterwegs sind.

    Wo schlaeft eigenlich ein Backpacker?

    Die komfortabelste und naheliegendste Moeglichkeit ist natuerlich auf der Luftmatratze im Zelt auf einem Campingplatz. Mit Campkitchen und Duschen ist das aber auch das teuerste Vergnuegen. Schafft man es dort dann, sein Zelt gegend den Wind aufzubauen und mit Heringen im meist zu harten Boden zu befestigen, kann man sich ueber ein schuetzendes Dach ueber dem Kopf freuen. Geschuetzt wird man von diesem Dach allerdings nur, wenn man es auch aufbaut. Noerdlich ist es oft so heiss, dass nur das fliegenartige Unterzelt aufgebaut wird, als Schutz vor Insekten. Das kann unter Umstaenden nachts zu verwirrenden Situationen fuehren:
    'Oh heute Nacht ist es endlich wieder angenehmer!'
    'Das fuehlt sich aber gut an!'
    'Haeh, haben wir einen Rasensprenkler vorm Zelt? Egal, es tut gut!'
    'Moment, wo kommt eigentlich das Wasser her?'
    'Warum ist das Zelt nicht mehr dicht?'
    'Stimmt, wir haben gar kein Zelt aufgebaut!'
    'Scheisse es regnet!'
    'Egal, wenn die neben mir nicht reagiert, kann es nicht so schlimm sein!'
    'Wird schon wieder aufhoeren!'
    'Wobei halt, wenn es hier regnet, regnet es doch meistens richtig?!'
    'Oh nein, wo ist eigentlich das Ueberzelt und warum liegen wir im Regen?'
    Das Zelt ganz oder nur halb aufbauen kann man auch auf den schon bekannten Free Campgrounds, die meistens ziemlich schoen im Nationalpark oder am Meer gelegen sind. Auf Duschen muss man hier leider verzichten, dafuer hat man Plumpsklos oder gar keine Klos.
    Reicht es fuer alle diese Moeglichkeiten nicht, weil man zu weit entfernt vom naechsten Campingplatz ist, bleibt nur noch ein Parkplatz am Highway. Natuerlich baut man sein Zelt nicht mitten am Highway auf, sondern schlaeft dort im Auto. Dann heisst es also Tetris Level 3 und den gesamten Inhalt aus dem Auto auf die beiden Vordersitze und in die Fussraeume verpacken. Rueckbank umklappen - 1 Decke als Unterlage - 2 Schlafsaecke drueber - noch 1 Decke - 4 Kissen drauflegen - Tueren absperren - umdrehen - schlafen.



    Oder zumindest versuchen, zu schlafen. Besonders idyllisch ist es naemlich nicht, direkt am Highway. Wenn man es geschafft hat, den LKW-Laerm auszublenden, muss man sich nur noch mit den Tieren anfreunden. Zur Auswahl stehen Spinnen, Killervoegel, Fliegen und Moskitos.
    Die Moskitos sind manchmal so penetrant, dass es Backpacker geben soll, die nachts aus ihrem Auto ausziehen, um ihren Schlaf auf einer Steinbank neben einer Raeucher-Moskito-Kerze direkt am Highway fortzusetzen.


     



    Wie waescht sich eigentlich ein Backpacker?

    Wenn alles gut laeuft, auf dem Campingplatz mit Waschbecken und Dusche. Wenn es nicht so gut laeuft, zwar mit Waschbecken und Dusche, aber leider nur mit Salzwasser aus dem Wasserhahn. Zaehneputzen ist dann besonders angenehm ... Haarewaschen macht auch wirklich Spass. Verbringt man die Nacht auf einem Free Campground oder am Highway stellen Kleinigkeiten, wie Zaehneputzen kein Problem dar.

    Denn organisierte Backpacker haben schliesslich einen Wasserkanister dabei.

    Beim Duschen wird das schon schwieriger. Befindet man sich in Kuestennaehe und kommt dann an einer Stadt oder einem Dorf vorbei hat man die Chance auf eine Stranddusche. Ja, es soll Backpacker geben, die sich mitten in der Stadt unter die Dusche stellen und sich die Haare waschen oder sich die Beine rasieren. Sind keine oeffentlichen Duschen in Sicht, bleibt nur noch auf dem Highway links rausfahren, Wasserflaschen raus und los geht das Badevergnuegen. Ist man auf laengeren Strecken unterwegs und hat im wasserarmen Australien keine Moeglichkeit seine Wasservorraete regelmaessig aufzufuellen bleibt nur noch eins...Duschen faellt aus!

    Was isst eigentlich ein Backpacker?

    Gestartet wird der Tag ausgewogen wie jeden Morgen mit Toastbrot und Marmelade. Verbringt man die Nacht auf einem Campingplatz vielleicht sogar mit Toaster.
    Mittags gibt es dann Toast mit Sandwich-Kaese. Hat man Glueck und findet einen oeffentlichen Grill, ab und zu auch mal getoastet.
    Abends wird dann richtig ausgepackt. Zur Verfuegung stehen 1 Campingkocher und 1 Topf...wenn es gut laeuft auch ein 2.Topf - aber trotzdem nur 1 Kocher. Was kann man also mit einem Kocher und einem Topf kochen?
    Genau - Nudeln mit Tomatensosse. Aber auch damit kann man variieren. Zum Beispiel mit Dosengemuese in der Sosse. Wird einem Tomatensosse zu rot, kann man auch weisse Sosse nehmen. Man kann aber auch die Nudeln variieren oder sogar verschiedene Nudeln miteinander mischen. Kann man keine Nudeln mehr sehen, kann man sie auch durch Reis ersetzen. Den isst man dann mit Dosengemuese oder...Tomatensosse!

    Wie fuehrt eigentlich ein Backpacker seinen Haushalt?

    Haushalt ist vielleicht zu viel gesagt...alles was ein Backpacker besitzt, befindet sich in seinem Auto.
    Trotzdem muessen Dinge, wie beispielsweise der Abwasch taeglich erledigt werden. Nur wie ohne ausreichend Wasser? Der grobe Dreck wird zuerst mit Zewa ausgeputzt und dann mit dem Wasser, aus dem Wasserkanister vorgespuelt. Dann wird alles fachgerecht in eine Plastiktuete verpackt und so lange im Auto spazieren gefahren, bis man einen Wasserhahn oder eine oeffentliche Toilette findet; die es hier zum Glueck in fast jedem Dorf gibt.
    Hat man dann eine solche Toilette gefunden braucht man mindestens 5 Haende zum Spuelen. 2 Hanede zum Abspuelen, in dem Waschbecken, das nicht mal so gross, wie der Topf ist; 1 Hand, um den Wasserhahn festzuhalten, da das Wasser sonst keine fuenf Sekunden laeuft und 2 Haende zum Abtrocknen und Geschirr festhalten. Es soll allerdings Backpacker geben, die zusammen insgesamt nur 4 Haende haben...

    Ist man ausnahmsweise mal wieder auf einem Campingplatz angekommen, faellt dann ab und zu ein Grosswaschtag an. Hier kann man aus der Art der Waschmaschine waehlen. Entweder man entscheidet sich fuer das etwas guenstigere Modell, das die Waesche mit Salzwassser waescht oder man investiert etwas mehr Geld und darf dann seine Waesche mit frischem Wasser waschen, aber dafuer kalt.
    Ihr erinnert euch noch an die Flecken, die den Backpacker so individuell machen? Jetzt wisst ihr, wo sie herkommen!


    Warum tut sich das ein Backpacker eigentlich an?

    Auf den ersten Blick hoert sich das jetzt vielleicht etwas unangenehm an. Davon kann aber keine Rede sein, da man jeden Tag so viele Dinge erlebt und so viele Eindruecke sammelt. Auch der Spassfaktor kommt bei diesem etwas anderen Leben natuerlich nie zu kurz.
    Also heisst es jeden Morgen voller Vorfreude ins Auto steigen und warten, was der Tag so bringt.



    On the road again!