Und an was erkennt man nun, dass man wirklich wieder im Elephant wohnt?
Die Fenster schliessen nicht richtig, im Aufenthaltsraum laufen verdaechtig viele Kakerlaken rum, der Aufzug faehrt nur, wenn er fahren will, die Herdplatten funktionieren nur zur Haelfte, funktionierende Toepfe und Pfannen existieren kaum und in den Kuehlschraenken herrscht voelliges Chaos.
Jetzt fragt ihr euch mit Sicherheit, warum wir hier freiwillig wohnen?!
Wie immer geben wir euch die selbe Antwort - es sind die netten Menschen um uns rum!
Da das Elephant zu den guenstigsten Hostels gehoert, laedt es dazu ein, dort einzuchecken, wenn man vor hat, laenger in der Stadt zu bleiben.
Was heisst das, wenn man drin wohnt?
Man lernt seine Mitbewohner sehr gut kennen und verbringt meistens eine laengere Zeit miteinander. So auch mit unseren Zimmergenossen.
Unser 8er-Zimmer teilten wir unter anderem mit den beiden deutschen Lisas und den beiden Schweden Henric und Simon. Weil wir uns so gut verstanden hatten, beschlossen wir, fuer die Zeit, die wir noch im Elephant verbringen wollten, weiterhin das Zimmer zu teilen.
Der Plan war ganz gut, alles haette auch ganz harmonisch werden koennen, wenn nicht das Management uns einen Zettel an die Tuer geklebt haette, dass wir umgehend ausziehen muessen. Wir waren uns sehr sicher, dass der einzige Grund fuer unsere Evakuierung die Maus war, die in unserem Zimmer wohnte, ohne Miete zu zahlen.
Was hiess das fuer Zimmer 211?
8 Menschen mussten umziehen - 8 Menschen mussten ihr Leben organisieren - 8 Menschen mussten alles, was sie besitzen in Taschen und Rucksaecke verpacken und 8 Menschen mussten das auf etwa 15 qm gleichzeitig tun!
Damit, dass dann am naechsten Tag kein neues Zimmer fuer uns fertig war und unsere Betten einfach abgebaut wurden, hatten wir allerdings nicht gerechnet. Damit, dass wir dann nach langem Hin und Her im schlechtesten Zimmer vom ganzen Hostel landeten, das eiskalt, laut, dunkel und klein war und dann nochmal umziehen mussten, hatten wir noch weniger gerechnet. Dass wir dann im neuen Zimmer von den alten Mitbewohnern getrennt waren, passte auch nicht in den Plan. Nach erneutem Aufstand erreichten wir dann endlich was wir wollten. Alle zusammen wohnen wir jetzt nach erneutem Umzug wieder im vertrauten Chaos in einem grossen und hellen 8er-Zimmer.
Auch wenn das Elephant aehnlich dem anderen Elephant ist, ist Sydney nicht gleich aehnlich den anderen australischen Grossstaedten.
Das erste Mal war es fuer uns anders, wieder in die Grossstadt zu kommen.
Lag es daran, dass Sydney unsere letzte Grossstadt ist? lag es daran, dass die Stadt so gross und so wahnsinnig hektisch ist? Und lag es dann vielleicht daran, dass der River fehlt und es keinen anderen richtig schoenen Platz gibt, um zur Ruhe zu kommen? Oder lag es vielleicht einfach nur daran, dass wir nicht objektiv sind?
Denn natuerlich hat Sydney auch seine schoenen Seiten.
Am bekanntesten sind da natuerlich das Opernhaus und die Harbour Bridge.
Aber eigentlich sind wir nicht nach Sydney gekommen, um im Grossstadttrubel zu versinken, sondern um Blinky zu verkaufen!
3 Monate gemeinsame Wege, gemeinsames Wohnen und gemeinsames Sight-Seeing waren vorbei und die Entscheidung war gefallen. Blinky und wir sollten getrennte Wege gehen. Wir waren auf der Suche nach neuen Eltern.
Nach zwei Wochen hatten wir es geschafft und unserer Meinung nach die besten Eltern fuer Blinky ausgewaehlt.
Selbst 1600$ bezahlt, gaben wir Blinky fuer 1850$ in die Haende von zwei Hollaendern und einem Deutschen.
Nun ist es auch endlich an der Zeit Blinkys und unser kleines Geheimnis zu lueften. Nachdem wir 17.000 km gemeinsam gefahren waren, verkauften wir Blinky im Alter von 15 Jahren mit stolzen 433.428 km!
Sie fliegen spontan zum Hallo sagen nach Melbourne!
Einmal wollten wir nochmal in die Stadt zurueck, in der wir uns so lange so wohl gefuehlt haben und nochmal in dem Hostel einchecken, in dem wir so lange gewohnt haben. Wir wollten uns nochmal mit den Menschen treffen, von denen wir dachten, dass wir sie nie wieder sehen wuerden und noch einmal auf dem Federation Square sitzen und vom River aus die fuer uns persoenlich schoenste Skyline bewundern. Natuerlich durften auch Cupcakes und Spanish Doughnuts nicht fehlen.
Nachdem wir ueber den halben Kontinent gefahren sind und in so vielen unbequemen Hostelbetten geschlafen haben, koennen wir jetzt mit Sicherheit sagen, dass das Elephant in Melbourne die gemuetlichsten Betten in ganz Australien hat. Gute Matratzen, weisse und saubere Bettwaesche und vor allem eine richtige Bettdecke.
Das laedt geradezu dazu ein auszuschlafen...
Haetten wir nicht eigentlich um 3.00 Uhr aufstehen muessen, um unseren Rueckflug nach Sydney zu erwischen...
Das laedt geradezu dazu ein auszuschlafen...
Haetten wir nicht eigentlich um 3.00 Uhr aufstehen muessen, um unseren Rueckflug nach Sydney zu erwischen...
'Endlich wieder ein bequemes Bett! Wie lang kann ich eigentlich noch schlafen? Oh scheisse, in 5 Minuten faehrt der Shuttle-Bus! Wieso hat mein Wecker vor 1,5 Stunden eigentlich nicht geklingelt?! Und was ist eigentlich mit Suse? Warum schlaeft die auch noch? Und warum hat ihr Wecker auch nicht geklingelt?!'
Natuerlich hatten unsere Wecker geklingelt und wir hatten trotzdem weitergeschlafen!Innerhalb von 10 Minuten schafften wir es, fertig zu packen, auszuchecken und im Taxi Richtung Flughafen zu sitzen.
Dort angekommen merkten wir, dass sich die ganze Hektik gar nicht gelohnt hatte, denn es wartete schon eine neue Katastrophe auf uns!
Nachdem keine wusste wohin und wann es weitergeht, konnten nach 5 Stunden warten endlich wieder ins Flugzeug einsteigen. (Ja, wir haben uns die Sicherheitsvorkehrungen zum 3. Mal angehoert!)
Mit etwa 6-stuendiger Verspaetung haben wir den Flug mit Tiger Airways tatsaechlich ueberlebt.
Zurueck in Sydney, zurueck ins Elephant, zurueck zu den Menschen, die auch diesmal wieder auf uns warteten.
Unsere letzten Tage in Sydney und somit auch in Australien sind angebrochen...
Wir sind gespannt, wie unsere Australienreise zu Ende geht und welche Ueberraschungen unser letzter Flug mit sich bringen wird.