Friday, May 27, 2011

Last stop: Sydney?!

Nachdem wir in Melbourne so lange im Elephant gewohnt hatten, war fuer uns klar, dass wir auch in Sydney, fuer unsere letzten vier Wochen in Australien wieder ins Elephant einchecken wuerden.
Und an was erkennt man nun, dass man wirklich wieder im Elephant wohnt?
Die Fenster schliessen nicht richtig, im Aufenthaltsraum laufen verdaechtig viele Kakerlaken rum, der Aufzug faehrt nur, wenn er fahren will, die Herdplatten funktionieren nur zur Haelfte, funktionierende Toepfe und Pfannen existieren kaum und in den Kuehlschraenken herrscht voelliges Chaos.


Jetzt fragt ihr euch mit Sicherheit, warum wir hier freiwillig wohnen?!
Wie immer geben wir euch die selbe Antwort - es sind die netten Menschen um uns rum!
Da das Elephant zu den guenstigsten Hostels gehoert, laedt es dazu ein, dort einzuchecken, wenn man vor hat, laenger in der Stadt zu bleiben.
Was heisst das, wenn man drin wohnt?
Man lernt seine Mitbewohner sehr gut kennen und verbringt meistens eine laengere Zeit miteinander. So auch mit unseren Zimmergenossen.
Unser 8er-Zimmer teilten wir unter anderem mit den beiden deutschen Lisas und den beiden Schweden Henric und Simon. Weil wir uns so gut verstanden hatten, beschlossen wir, fuer die Zeit, die wir noch im Elephant verbringen wollten, weiterhin das Zimmer zu teilen.
Der Plan war ganz gut, alles haette auch ganz harmonisch werden koennen, wenn nicht das Management uns einen Zettel an die Tuer geklebt haette, dass wir umgehend ausziehen muessen. Wir waren uns sehr sicher, dass der einzige Grund fuer unsere Evakuierung die Maus war, die in unserem Zimmer wohnte, ohne Miete zu zahlen.
Was hiess das fuer Zimmer 211?
8 Menschen mussten umziehen - 8 Menschen mussten ihr Leben organisieren - 8 Menschen mussten alles, was sie besitzen in Taschen und Rucksaecke verpacken und 8 Menschen mussten das auf etwa 15 qm gleichzeitig tun!

Damit, dass dann am naechsten Tag kein neues Zimmer fuer uns fertig war und unsere Betten einfach abgebaut wurden, hatten wir allerdings nicht gerechnet. Damit, dass wir dann nach langem Hin und Her im schlechtesten Zimmer vom ganzen Hostel landeten, das eiskalt, laut, dunkel und klein war und dann nochmal umziehen mussten, hatten wir noch weniger gerechnet. Dass wir dann im neuen Zimmer von den alten Mitbewohnern getrennt waren, passte auch nicht in den Plan. Nach erneutem Aufstand erreichten wir dann endlich was wir wollten. Alle zusammen wohnen wir jetzt nach erneutem Umzug wieder im vertrauten Chaos in einem grossen und hellen 8er-Zimmer.

Auch wenn das Elephant aehnlich dem anderen Elephant ist, ist Sydney nicht gleich aehnlich den anderen australischen Grossstaedten.
Das erste Mal war es fuer uns anders, wieder in die Grossstadt zu kommen.
Lag es daran, dass Sydney unsere letzte Grossstadt ist? lag es daran, dass die Stadt so gross und so wahnsinnig hektisch ist? Und lag es dann vielleicht daran, dass der River fehlt und es keinen anderen richtig schoenen Platz gibt, um zur Ruhe zu kommen? Oder lag es vielleicht einfach nur daran, dass wir nicht objektiv sind?
Denn natuerlich hat Sydney auch seine schoenen Seiten.
Am bekanntesten sind da natuerlich das Opernhaus und die Harbour Bridge.



Nicht ganz so touristisch sind die botanischen Gaerten. Es ist einfach faszinierend mitten einem riesigen Park zu stehen und immer noch den Blick auf die Skyline zu haben.


Aber eigentlich sind wir nicht nach Sydney gekommen, um im Grossstadttrubel zu versinken, sondern um Blinky zu verkaufen!
3 Monate gemeinsame Wege, gemeinsames Wohnen und gemeinsames Sight-Seeing waren vorbei und die Entscheidung war gefallen. Blinky und wir sollten getrennte Wege gehen. Wir waren auf der Suche nach neuen Eltern.
Nach zwei Wochen hatten wir es geschafft und unserer Meinung nach die besten Eltern fuer Blinky ausgewaehlt.
Selbst 1600$ bezahlt, gaben wir Blinky fuer 1850$ in die Haende von zwei Hollaendern und einem Deutschen.

Nun ist es auch endlich an der Zeit Blinkys und unser kleines Geheimnis zu lueften. Nachdem wir 17.000 km gemeinsam gefahren waren, verkauften wir Blinky im Alter von 15 Jahren mit stolzen 433.428 km!


Und was machen Saskia und Suse, wenn sie Geld in der Hand haben?
Sie fliegen spontan zum Hallo sagen nach Melbourne!
Einmal wollten wir nochmal in die Stadt zurueck, in der wir uns so lange so wohl gefuehlt haben und nochmal in dem Hostel einchecken, in dem wir so lange gewohnt haben. Wir wollten uns nochmal mit den Menschen treffen, von denen wir dachten, dass wir sie nie wieder sehen wuerden und noch einmal auf dem Federation Square sitzen und vom River aus die fuer uns persoenlich schoenste Skyline bewundern. Natuerlich durften auch Cupcakes und Spanish Doughnuts nicht fehlen.


Nachdem wir ueber den halben Kontinent gefahren sind und in so vielen unbequemen Hostelbetten geschlafen haben, koennen wir jetzt mit Sicherheit sagen, dass das Elephant in Melbourne die gemuetlichsten Betten in ganz Australien hat. Gute Matratzen, weisse und saubere Bettwaesche und vor allem eine richtige Bettdecke.
Das laedt geradezu dazu ein auszuschlafen...
Haetten wir nicht eigentlich um 3.00 Uhr aufstehen muessen, um unseren Rueckflug nach Sydney zu erwischen...

'Endlich wieder ein bequemes Bett! Wie lang kann ich eigentlich noch schlafen? Oh scheisse, in 5 Minuten faehrt der Shuttle-Bus! Wieso hat mein Wecker vor 1,5 Stunden eigentlich nicht geklingelt?! Und was ist eigentlich mit Suse? Warum schlaeft die auch noch? Und warum hat ihr Wecker auch nicht geklingelt?!'

Natuerlich hatten unsere Wecker geklingelt und wir hatten trotzdem weitergeschlafen!
Innerhalb von 10 Minuten schafften wir es, fertig zu packen, auszuchecken und im Taxi Richtung Flughafen zu sitzen.
Dort angekommen merkten wir, dass sich die ganze Hektik gar nicht gelohnt hatte, denn es wartete schon eine neue Katastrophe auf uns!
Nachdem keine wusste wohin und wann es weitergeht, konnten nach 5 Stunden warten endlich wieder ins Flugzeug einsteigen. (Ja, wir haben uns die Sicherheitsvorkehrungen zum 3. Mal angehoert!)
Mit etwa 6-stuendiger Verspaetung haben wir den Flug mit Tiger Airways tatsaechlich ueberlebt.


Zurueck in Sydney, zurueck ins Elephant, zurueck zu den Menschen, die auch diesmal wieder auf uns warteten.
Unsere letzten Tage in Sydney und somit auch in Australien sind angebrochen...
Wir sind gespannt, wie unsere Australienreise zu Ende geht und welche Ueberraschungen unser letzter Flug mit sich bringen wird.

Wednesday, May 18, 2011

Auf der Flucht die Ostkueste entlang

Im letzten Eintrag sind wir in Mackay an der Ostkueste angekommen. Inzwischen sind wir in Sydney. Aber was ist eigentlich dazwischen passiert?
Eigentlich ist nichts passiert ... aber wir wissen, dass ihr ja trotzdem lesen wollt, was wir erlebt haben.
Unsere Route an der Ostkueste Australiens koennen wir kurz und knapp in einem Satz zusammenfassen: Wir waren auf der Flucht!
1. Fluchtweg: raus aus Mackay auf der Flucht vor den stinkenden Maennern!
Liebe Frauen, kennt ihr den Geruch, wenn ihr morgens neben einem Mann aufwacht?
Liebe Maenner, kennt ihr den Geruch, wenn ihr morgens aufwacht und euch einfach nur auf eure Dusche freut?
Wir haben das ganz grosse Los gezogen ... wir teilten unser Zimmer gleich mit 3 Maennern. Das Fenster haben wir leider nicht dazugewonnen. Der Trostpreis dafuer waren ihre Arbeitsschuhe, die auch mit im Zimmer schlafen durften.
Unsere naechste Nacht sollte deswegen wieder an der frischen Luft auf einem Campingplatz in Rockhampton sein. Dass wir die stinkenden Maenner gegen Krokodile getauscht hatten, merkten wir erst am naechsten Morgen, als wir die Warnschilder sahen.
Also setzten wir unseren Fluchtweg fort. Erfolgreich waren wir dabei allerdings nicht ... wir landeten direkt bei den Krokodilen auf der Krokodilfarm.


Wir haben nicht nur gesehen, wie ein Krokodil geschluepft ist oder gespuert, wie es sich anfuehlt, wenn man eins auf dem Arm hat.
 
Wir wissen jetzt auch, dass in dem Fluss, an dem wir geschlafen haben, wirklich Krokodile wohnen.

Staendig auf unserer Flucht begleitet wurden wir von dem schlechten Wetter. Und wo fluechtet man als Frau hin, wenn es regnet? Ins Shoppingcenter.
In unserem Fall war das das Shoppingcenter von Bundaberg. Unser Plan war, so lange drin zu bleiben, bis das Wetter wieder besser wird. Das Ergebjnis war, dass wir uns fuer die Nacht keinen Schlafplatz mehr leisten konnten und mal wieder auf einem free Campingplatz landeten.
Die Nacht verbrachten wir dismal nicht mit stinkenden Maennern im Zimmer oder mit Krokodilen im Fluss sondern mit giftigen Kroeten vor der Toilette.
Am naechsten Tag mussten wir dann feststellen, dass es noch schlimmer geht, als giftige Kroeten vor der Toilette. In Noosa wurden wir von Touristenmassen verfolgt.
Wir schauten nach links – Hotels. Wir schauten nach rechts – noch viel viel mehr Hotels. Wir schauten nach hinten – Touristen. Wir schauten nach vorne – ganze Touristenhorden. Und wir dachten uns nu reins: ’schnell weg hier!’ Als dann auch noch das schlechte Wetter wieder dazukam, ging es auf direktem Weg weiter nach Brisbane.
Und mal wieder waren wir fasziniert von der Grossstadt. Wie in Melbourne und Perth auch, hatten wir hier alles was wir wollten.
Eine Skyline, die wir hier sogar vom Riesenrad aus bewundern konnten.
Einen River mit anschliessender Lagune, die nur leider noch wegen der zurueckliegenden Flut gesperrt war.
Und einen Park, der in diesem Fall sogar ein richtiger Regenwald mitten in der Stadt war.
Aber so schoen die Stadt auch ist ... auch hier wurden wir nicht verschont von Regen und Touristen. Diesmal ganz besondere Touristen.
Da sitzt man ganz gemuetlich am Aussichtspunkt und bewundert die Stadt und auf einmal faehrt ein Bus vor. Die Tueren gehen auf, asiatische Touristen steigen mit ihren Kameras aus und wir stehen mal wieder mitten im Bild.
Koennt ihr euch noch an die Geschichte mit den Fliegen an der Westkueste erinnern? In diesem Moment vermissten wir unser Fliegennetz, nahmen die Beine in die Hand und ergriffen die Flucht.

Unsere Woche in Brisbane beendet, fuehrte uns unsere Flucht wegen dem Regen und den Touristen direkt nach Surfers Paradise.

Weil jeder uns erzaehlte, dass Surfers Paradise das australische Lloret de Mar sei, waren wir schon auf das Schlimmste vorbereitet. Dann waren wir jedoch positiv ueberrascht. Diesmal hatten wir die von uns so oft bewunderte Skyline direkt am Meer und beschlossen, ein paar Naechte dazubleiben.
Aber auch hier war das Wetter nicht besser...ausnahmsweise war der Himmer schwarz und es regnete. Und ihr wisst ja, was man als Frau macht, wenn es regnet...man fluechtet zum Shoppen und hofft, dass das Wetter besser wird.
Wird das Wetter nicht besser, geht's zum Friseur. Wir sind allerdings nicht selber zum Friseur gegangen, sondern holten uns den Friseur direkt ins Hostel. Neben dem Pool, unter den Palmen schaffte es Sabrina, dass wir nach einem halben Jahr endlich wieder wie Menschen aussahen.
Nachdem unser Geldbeutel leer und die Tueten voll waren und wir wieder ordentlich aussahen, wurde auch endlich das Wetter etwas besser.

Das wollten wir ausnutzen und fuhren in den Lamington Nationalpark.
Haetten wir etwas nachgedacht, waere uns aufgefallen, dass dort nach so viel Regen die Trampelpfad-Verhaeltnisse nicht die besten sein koennten.Hochmotiviert entschieden wir uns durch den Matsch den 6km-Rundgang zu erkunden. Es kann ja keiner ahnen, dass die riesigen Matschloecher uns fast die Schuhe ausziehen wuerden und der Rundgang gar kein Rundgang sein wuerde, sondern uns nach 6 km mitten in der Pampa stehen lassen wuerde.
Eins wussten wir - hier hatten wir Blinky nicht geparkt!




Der nicht vorhandene Rundgang hatte sich trotzdem gelohnt...wir haben endlich ein Tier gesehen, dass wir bis dahin noch nicht gesehen hatten - eine Schlange - eine Schwarzotter. Ein bisschen giftig, wie wir danach rausfanden.
Erfolgreich vor der Schlange gefluechtet, kam dann Ostern!


Vor offiziellen Feiertagen zu fluechten ist leider gar nicht so einfach - schon gar nicht in Australien. Fluchtgruende haette es aber zur Genuege gegeben.
Unser Touristenproblem verschlimmerte sich dramatisch - ganz Australien fuhr ueber Ostern in den Urlaub an die Kueste. Erst dachten wir uns, dass das alles nicht so schlimm ist, weil montags alles wieder vorbei sein wuerde. Aber dann fiel uns auf, dass es hier auch noch den "Oster-Dienstag" gibt und sich unser Touristenproblem in die Laenge ziehen wuerde.
Haetten wir uns noch mit den Touristen abfinden koennen, haben die unglaublich hohen Preise, die sie mitsich brachten, es unbezahlbar gemacht, auf einem Campingplatz zu schlafen. Somit mussten wir 5 Ostertage auf den Parkplaetzen am Highway ueberbruecken.
Aber auch dort wurde es uns nicht langweilig. Wir hatten keinen Osterhasen, sondern eine Osterschlange - diesmal nicht giftig, aber dafuer 2 m lang.


Die Nacht zum Ostermontag verbrachten wir auf dem Parkplatz 'Sleepy Hollow'.
Morgens klingelte der Wecker, wir schauten aus dem Autofenster, sahen Wolken und Regen, drehten uns um und beschlossen, so lange weiterzuschlafen, bis wieder gutes Wetter war. Als die Sonne endlich rauskam, gab es Osterfruehstueck IM Bett und dann ging es weiter ins farbenfrohe Nimbin.
Obwohl wir nur 40km weiterfuhren, fuehlten wir uns, wie wenn wir auf dem Zeitstrahl ca. 40 Jahre zurueckgefahren waeren - angekommen 1968 im Flower-Power-Paradies.



Auf der Flucht vor einem Dorf voller benebelter Hippies, die versuchten, uns dubiose Cookies anzudrehen, ging es weiter nach Byron Bay.
Wir vermuten, dass Byron Bay ganz schoen ist. Wenn wir einen Parkplatz gefunden haetten, von dem aus es moeglich gewesen waere hinzulaufen, haetten wir es uns auch gerne angeschaut. Aber wegen der Ostertouristen verliessen wir Byron Bay wieder fluchtartig.
Und wieder landeten wir auf dem Parkplatz am Highway. Diesmal direkt neben der Ueberholspur.
Wisst ihr, wie es sich anhoert, wenn man im Bett liegt und direkt neben einem ein Auto nach dem anderen ueberholt? Und man an den Geraeuschen erkennen kann, welches Auto gerade zum Ueberholmanoever ansetzt? Statt Schafe zaehlten wir irgendwann Autos...


Ohne unser Wissen, sollte die darauffolgende Nacht komfortabler werden.
Mal wieder hatten wir einen komplett verregneten Tag erwischt und versuchten, fuer abends ein regengeschuetztes Bett aufzutreiben. Durch einen Tip landeten wir auf einer auserhalb gelegenen Rehfarm, wo wir mit Blinky gemeinsam unterm Dach haetten schlafen koennen. Mit dem was dann passierte, haben wir allerdings nicht gerechnet.
Kaum angekommen landeten wir bei Margaret, der Farmbesitzerin und ihrem Mann im Wohnzimmer. Vor uns auf dem Tisch Rehbraten, Gemueselasagne und Schwarzwaelderkirschtorte. Neben uns am Tisch, die vor 30 Jahren aus Deutschland ausgewanderte Angelika. Angelika sollte auch diejenige sein, die die naechsten Tage auf die Farm aufpassen sollte, da Margaret und ihr Mann abends fuer ein paar Tage wegfuhren.
Und Angelika sollte letztendlich auch diejenige sein, die nachts an unser Autofenster klopfte und uns heimlich ins Farmhaus einschleuste, nachdem Margaret losgefahren war.



Angelika war am naechsten Morgen auch diejenige, die uns in dem Haus, in dem sie selber nur zu Besuch war, Fruehstueck und Kaffee servierte und uns Wegverpflegung aus dem fremden Kuehlschrank mitgab.
Und Angelika musste dann auch diejenige sein, die unsere Spuren beseitigte, damit keiner merken wuerde, dass wur da waren. Ausgeschlafen und mit vollem Magen ging es weiter, um nochmal ein paar Sonnenstrahlen geniessen zu koennen. Kann ja keiner ahnen, dass es nachmittags schon wieder regnete.
Jetzt war Schluss mit lustig!
Wir hatten genug von Feiertagen, Touristen und schlechtem Wetter und traten unsere letzte Flucht an.
Auf direktem Weg fuhren wir die letzten 650 km bis Sydney.


Sollten wir nun wirklich an unserem letzten Stop hier in Australien angekommen sein?