Sunday, March 27, 2011

Unser Adventure-Trip an der Westkueste


4 Betten – 1 Kleiderschrank – Tisch und Stuehle – ein eigener Eingang – Bad und Klo getrennt – vor der Tuer ein Schlafplatz fuer Blinky – und wenn wir aus dem Fenster schauen, schauen wir ins Gruene.
Herzlich Willkommen in unserer Viertel-Haus-Haelfte in Perth!
Ok...eigentlich ist es nu rein Cabin auf einem Campingplatz, der aussieht, wie ein ehemaliges Militaergelaende. Ihr fragt euch trotzdem, wo auf einmal der ganze Luxus herkommt?
Ganz einfach, Zelten durften wir hier nicht und nachdem wir einen wahnsinnigen Rabatt rausgeschlagen haben, dachten wir uns, ‘hier bleiben wir’!
So sassen wir also in unserer Viertel-Haus-Haelfte und versuchten unseren Trip an die Westkueste vorzubereiten. 




Da sogar uns klar war, dass es nicht ganz ohne ist mit einem alten Auto so lange Strecken zu fahren, wollten wir Blinky nochmal in der Werkstatt unseres Vertrauens durchchecken lassen. Fertig durchgecheckt konnten wir Blinky abends wieder abholen. Ein bisschen nervoes zog es uns schon frueher als ausgemacht zur Werkstatt zurueck. Nur wie ohne Auto? Naja...Daumen raus, denn irgendwie kommt man schon ans Ziel!
In der Werkstatt schafften wir es, so nett zu laecheln, dass Anthony Blinky umsonst operierte und ihn sogar mit neuem Oel fuetterte. Mit einem durchgechecktem Auto ging es dann los Richtung Westkueste.
Unser erster Stop: Die weissen Sanduenen von Lancelin
Unser Plan: Mit dem Sandboard von oben nach unten. Irgendwie hochkommen – Board bereitlegen – auf dem Hintern wieder runter.
Fazit: Wir fuehlen uns jetzt auch wie eine Sandduene – von oben bis unten voll mit Sand!



Danach kam, was immer kommt...eine Nacht im Zelt! Die mit Abstand windigste Nacht, die wir bis dahin hatten. Etwas unentspannt lagen wir im Zelt und beobachteten, wie unser Dach ueber dem Kopf sich im 90 Grad-Winkel nach rechts und links beugte. Wie lange halten Zeltstangen das wohl aus?
Diese Nacht haben sie es auf jeden Fall ausgehalten und wir konnten uns auf den Weg in die Pinnacles-Desert machen. Eine Wueste – viele Steine – und wir mit Blinky mittendrin.
Saskia: „Oh schau mal, da ist ein Stein“
Suse: „Oh da sind noch mehr Steine“
Saskia: „Oh da sind ganz viele Steine“
Suse: „Oh da ist alles voll mit Steinen“
Ihr merkt schon, wir waren sehr beeindruckt von dieser riessengrossen Steinlandschaft!



Auch am naechsten Tag wartete ein ganz besonderes Highlight auf uns. Ausversehen abgebogen landeten wir am Ellendale Pool und waren uns mal wieder einig, dass nicht geplante Streckken zu den schoensten Zielen fuehren. 


Ein Tag spaeter wartete der zweite Pink Lake unserer Australienreise auf uns. Haben wir letztes Mal behauptet, dass der Pink Lake pink war? Jetzt wissen wir was ‚pink‘ wirklich bedeutet!



Unser naechster Stop: Kalbarri
Mal wieder zog es uns dort in den Nationalpark. Mit Fliegennetz um den Kopf ging es los. Ihr fragt euch, was fuer ein Fliegennetz? Die ganze Westkueste laeuft mit so einem strumpfmaskenaehnlichem Teil um den Kopf rum. Anders sind die Fliegenmassen nicht auszuhalten. Von nun an fuehlen wir mit jeder Kuh mit, die wir sehen.



Mit Strumpfmaske auf dem Kopf konnten wir den Anblick dann auch geniessen. Der Lookout ueber dem Murchison River war ja ganz nett, Fotos machen auch, aber zufrieden waren wir noch nicht. Wir wollten lieber IM Bild stehen.
Wie die Geschichte weiterging, koennt ihr euch bestimmt denken...wir suchten uns einen Weg nach unten. Ueber Stock und Stein, ueber Berg und Tal kletterten wir nach unten. Ueber die Leiter den 5-Meter-Felsen hoch, auf dem Hintern unseren Sachen (die wir voraus geworfen hatten, damit wir die Haende frei hatten) hinterher. Zwischendurch ueberlegten wir uns, wer uns wohl retten kommen wuerde, falls wir abstuerzen. 



Aber keine Sorge, nachdem wir den River erreicht hatten, kamen wir auch wohlauf wieder oben am Fotopunkt an.



Mit Blinky gemeinsam versuchten wir schliesslich, wieder aus dem Nationalpark rauszufahren. Haben wir schon erwaehnt, dass wir diese Strassen hier einfach lieben? Es ist besser als Achterbahn fahren. Von einem Schlagloch ins naechste...von der linken Spurrille in die rechte und wieder zurueck...da kann man schonmal das Gefuehl haben, man sitzt in der Wilden Maus.
Irgendwann mussten auch wir einsehen, dass manche Strassen mit Blinky nicht befahrbar waren...so gerne wir es auch ausprobiert haetten. Also mieteten wir uns ein Gefaehrt mit 4-Rad-Antrieb – ein Quad musste her. Endlich konnten wir all die Wege befahren, fuer die uns Blinky zu schade war. Wieder ging es von Spurrille zu Spurrille, ueber Stock und Stein, durch Sand und Matsch, Berge hoch und Berge runter...ihr koennt euch vorstellen, wie wir danach aussahen. Unseren Spass hatten wir trotzdem.



Erstmal genug von Stock und Stein ging es wieder direkt an die Kueste.
Unser naechste Ziel: die Delfine von Monkey Mia. Nicht irgendwelche Delfine – sondern echte Delfine! 



Die waren uns allerdings etwas zu brav – wir wollten Haie sehen! Leider schwammen die nicht wie die Delfine vor unseren Fuessen herum – wir konnten sie nur von Weitem sehen. Aber seid beruhigt, diesmal stiegen wir nicht vom Aussichtspunkt nach unten.
Von diesen Urlaubs- und Touristenstrapazen mussten wir uns dann erstmal erholen.
Ein Strand – zwei Strandtuecher – ein Sonnenschirm – tuerkisblaues Meer – ueberall Muscheln – und wir mittendrin. Wir sind am Shell Beach angekommen. Warum Shell Beach? Ganz einfach, Sandstrand kann ja jeder haben! Wir hatten einen Muschelstrand, ein ganzer Strand nur aus Muscheln.



Noch tuerkiseres Meer sahen wir in Exmouth am Turqouise Bay. Dieses Karibik-Feeling wollten wir auch ueber Nacht geniessen und schlugen unser Zelt direkt im Cape Range Nationalpark hinter den Sandduenen auf.



Hatten wir vorhin gesagt, dass ihr euch keine Sorgen machen braucht, dass wir uns Haie aus der Naehe anschauen? In Coral Bay ging es mit Taucherbrille auf der Nase und Schnorchel im Mund direkt im Korallen-Riff auf Haisuche. Und wer suchet, der findet...direkt unter uns zogen die 1,50m langen Haie ihre Bahnen. 



Eigentlich sollte es dann von hier weiter Richtung Norden gehen, aber was waeren Plaene, wenn man sie nicht aender muesste? Diesmal aenderten allerdings nicht wir die Plaene, sondern die Regenzeit, die dieses Jahr so schlimm wie schon seit Jahren nicht mehr ist. Wir mussten einsehen, dass Blinky nicht durch Wasser und ueber weggespuelte Bruecken haette fahren koennen. Also hiess es zurueck fahren an die Suedkueste. Von dort wird es weiter nach Port Augusta gehen...dort machen wir dann einen neuen Plan...





Unsere Route vom 16.3.2011 – 27.3.2011 an der Westkueste entlang:

-         Von Perth in die Sandduenen nach Lancelin
-          Weiter nach Cervantes und in die Pinnacles-Desert
-           Nach mehrere Kuestenstops und einem Schwimmstop im Ellendale Pool schliesslich weiter nach Geraldton,   die einzige Stadt auf unserer Route
-          Weiter nach Port Gregory zum Pink Lake
-           In den Kalbarri Nationalpark zum Quadfahren und runter an den Murchison River
-           Nach Denham und weiter nach Monkey Mia zu den Delfinen
-           Beim Verlassen der Halbinsel ein Halt am Shell Beach
-           Hoch bis Exmouth in den Cape Range Nationalpark
-           Ein Stueckchen runter nach Coral Bay ins Wasser zu den Haien

Thursday, March 10, 2011

Neuer Job - neues Glueck?

Wir schauen nach vorne und sehen Weinberge, wir schauen nach links und sehen Apfelbaeume, wir schauen nach rechts und sehen Kartoffelfelder und wir schauen nach hinten und sehen jede Menge Gepaeck und Daniel!

Wir befinden uns mittlerweile suedlich von Perth auf Jobsuche. Unser Ziel: Fruitpicking!
Gemeinsam mit Blinky fuhren wir mitten durch die Pampa von Farm zu Farm. Schliesslich entschieden wir uns doch mal wieder um und machten uns auf die Suche nach einem Working-Hostel. Ihr fragt euch was ein Working-Hostel ist? Die passendste Uebersetzung dafuer ist ‚Arbeitslager‘ - viele Menschen auf einem Fleck, die auf Arbeit warten.
Das beste Beispiel fuer so ein Arbeitslager ist wohl Donnybrook – Stockbett an Stockbett an Stockbett und vor der Tuer Zeltwand an Zeltwand an Zeltwand (wir haben uebrigens nicht rausgefunden, wie die Leute in ihre Zelte rein, bzw. wieder raus kommen). Da wir in dieser Zeltlandschaft keinen Platz mehr fanden, ging es weiter nach Manjimup. Das Manji-Hostel fanden wir auf den ersten Blick etwas ansprechender. Gross, sauber, bequeme Betten und eine funktionierende Kueche. Nur leider voll!
Die Zeit auf freie Betten ueberbrueckten wir mit Sightseeing. Unser naechstes Ziel war Esperance an der Suedkueste.
Erster Stopp: Pink Lake! Und wo pink drauf steht ist auch pink drin! Ein See voll mit pinkem Wasser – und nein wir hatten keine rosarote Brille auf, er war wirklich pink!

Zweiter Stopp: Le Grand Nationalpark mit ganz weissen Sandstraenden!
Der Weg dorthin endete nicht fuer alle so gluecklich. Wir kamen gut an, Blinky auch… der Fuchs, der vor Suse ueber die Strasse lief, leider nicht. Seine Reiseroute aenderte sich von Le Grand Nationalpark zu direktem Weg in den Himmel!
Doch ganz so gluecklich kamen auch wir nicht an… erst beim zweiten Mal, nachdem wir nochmal einen Tankstopp an der 70km entfernten Tankstelle eingelegt hatten.
Aber auch wir kamen schliesslich an den weissen Sandstraenden Lucky Bay und Hellfire Bay an.
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Wie immer perfekt getimet hatte es am Ende der 4-taegigen Sithseeing-Tour drei freie Betten im Manji-Hostel und unser taeglicher Telefonterror dort hatte sich gelohnt. Nun waren auch wir Teil des Arbeitslagers.
Wie alle anderen warteten wir auf Arbeit… wenn Jobs da waren, hiess um sechs Uhr bereitstehen. Bereitstehen fuer was? Man weiss es nicht so genau! Bus faehrt vor – Tuer geht auf – 15 Leute steigen ein – Tuer geht zu – Bus faehrt los.
Wohin? Das wissen alle zu diesem Zeitpunkt noch nicht!
Was man dort tun muss? Weiss man ebenfalls nicht!
Wie lange man es tun muss? Weiss man auch nicht!
Wie viel man verdient? Erfaehrt man erst danach!
Wenn ihr in Zukunft Wein trinkt, denkt bitte an uns. Unser Job: Weintrauben ernten. Bei 40°C unter australischer Sonne, Stunde um Stunde um Stunde Weintrauben picken!


Nach erledeigter Arbeit hiess es dann wieder: Bus faehrt vor – Tuer geht auf – 15 stinkende und dreckige Leute steigen ein – Tuer geht zu – Bus faehrt los.
Wohin? Hoffentlich zurueck ins Hostel!
Was man dort tut? Duschen, kochen, einkaufen, langweilen!
Wie lange man das tun muss? Bis der Tag vorbei ist und man endlich schlafen darf!
Falls keine Jobs da waren koennt ihr euch nicht vorstellen, wie langweilig es war. Unser Tag war aufgeteilt in:
  • 12 Stunden schlafen – so lange im Bett umdrehen, bis man die 12 Stunden endlich voll hat.
  • 4 Stunden einkaufen – so lange alle Gaenge von Woolworth und Coles ablaufen, bis man auch wirklich jedes Schnaeppchen kennt und die 4 Stunden endlich voll sind, weil es in diesem Dorf einfach nichts anderes gibt!
  • 4 Stunden auf der Couch sitzen und warten – warten darauf, dass endlich die naechste 4-Stunden-Periode losgeht.
  • 4 Stunden kochen und essen – so lange sitzen bleiben, bis man endlich wieder ins Bett gehen darf!
    Nachdem wir genug von diesem Arbeitslagerleben hatten, ging es ueber den Wave Rock wieder zurueck nach Perth.

    Unser neuer Plan: die Westkueste hochfahren!
    Unsere 4100km Route im Suedwesten:
    • Von Perth (Hay Street Backpackers) ueber Armadale, ueber Pinjarra, ueber Mandurah nach Bunbury
    • Nach Dardanup und Boyanup auf Farmsuche
    • Durch die Pampa und den Nationalpark (vorbei an Honney Moon) nach Bunbury auf den Campingplatz
    • Ueber Dardanup und Boyanup nach Donnybrook wieder auf Farmsuche
    • Ueber Bridgetown nach Nannup auf den Campingplatz
    • Nach Pemberton auf Jobsuche
    • Weiter nach Manjimup
    • Weil kein Platz im Working-Hostel war, ueber Walepole Richtung Parry Beach auf den Campingplatz
    • Zurueck zum Tree Top Walk
    • Ueber Denmark weiter nach Albany
    • In den Torndirrup Nationalpark und danach in Albany auf den Campingplatz
    • Durch den Stirling Nationalpark ueber Borden, Jerramungup und Ravensthorpe nach Esperance zum Pink Lake und danach nach Condingup auf den Free Campingplatz (mit Spielplatz vor der Zelttuer)
    • In den Cape Le Grand Nationalpark
    • Nach Esperance zum Tanken
    • Zurueck in den Cape Le Grand Nationalpark
    • Nach Ravensthorpe auf den Campingplatz
    • Durch Jerramungup und Boxwood Hill zurueck nach Albany
    • Ueber Denmark zurueck nach Manjimup ins Working-Hostel
    • Saskias Geburtstagsausflug: von Manjimup durch Pemberton nach Augusta an den Cape Leeuwin (wo sich der Indian Ocean und der Southern Ocean treffen), an der Kueste entlang nach Yallingup an den strand zum Picknicken
    • Durch Dunsborough, Busselton, Nannup und Bridgetown zurueck nach Manjimup (wo das Riesenkaenguru Mutprobe vor unserem Auto gespielt hat)
    • Nachdem wir das Working-Hostel verlassen haben ging es ein Stueck suedlich zum Diamond Tree (auf den wir hochgeklettert sind)
    • Zurueck durch Manjimup und Glenoran auf den Free Campingplatz
    • Durch Manjimup ueber Bridgetown, Boyup Brook, Arthur River, Williams, Narrogin, Wickepin, Kulin nach Kondinin auf den Campingplatz.
    • Nach Hyden zum Wave Rock
    • Zurueck durch Kondinin und weiter ueber Corrigin nach Perth