4 Betten – 1 Kleiderschrank – Tisch und Stuehle – ein eigener Eingang – Bad und Klo getrennt – vor der Tuer ein Schlafplatz fuer Blinky – und wenn wir aus dem Fenster schauen, schauen wir ins Gruene.
Herzlich Willkommen in unserer Viertel-Haus-Haelfte in Perth!
Ok...eigentlich ist es nu rein Cabin auf einem Campingplatz, der aussieht, wie ein ehemaliges Militaergelaende. Ihr fragt euch trotzdem, wo auf einmal der ganze Luxus herkommt?
Ganz einfach, Zelten durften wir hier nicht und nachdem wir einen wahnsinnigen Rabatt rausgeschlagen haben, dachten wir uns, ‘hier bleiben wir’!
So sassen wir also in unserer Viertel-Haus-Haelfte und versuchten unseren Trip an die Westkueste vorzubereiten.
Da sogar uns klar war, dass es nicht ganz ohne ist mit einem alten Auto so lange Strecken zu fahren, wollten wir Blinky nochmal in der Werkstatt unseres Vertrauens durchchecken lassen. Fertig durchgecheckt konnten wir Blinky abends wieder abholen. Ein bisschen nervoes zog es uns schon frueher als ausgemacht zur Werkstatt zurueck. Nur wie ohne Auto? Naja...Daumen raus, denn irgendwie kommt man schon ans Ziel!
In der Werkstatt schafften wir es, so nett zu laecheln, dass Anthony Blinky umsonst operierte und ihn sogar mit neuem Oel fuetterte. Mit einem durchgechecktem Auto ging es dann los Richtung Westkueste.
Unser erster Stop: Die weissen Sanduenen von Lancelin
Unser Plan: Mit dem Sandboard von oben nach unten. Irgendwie hochkommen – Board bereitlegen – auf dem Hintern wieder runter.
Fazit: Wir fuehlen uns jetzt auch wie eine Sandduene – von oben bis unten voll mit Sand!
Danach kam, was immer kommt...eine Nacht im Zelt! Die mit Abstand windigste Nacht, die wir bis dahin hatten. Etwas unentspannt lagen wir im Zelt und beobachteten, wie unser Dach ueber dem Kopf sich im 90 Grad-Winkel nach rechts und links beugte. Wie lange halten Zeltstangen das wohl aus?
Diese Nacht haben sie es auf jeden Fall ausgehalten und wir konnten uns auf den Weg in die Pinnacles-Desert machen. Eine Wueste – viele Steine – und wir mit Blinky mittendrin.
Saskia: „Oh schau mal, da ist ein Stein“
Suse: „Oh da sind noch mehr Steine“
Saskia: „Oh da sind ganz viele Steine“
Suse: „Oh da ist alles voll mit Steinen“
Ihr merkt schon, wir waren sehr beeindruckt von dieser riessengrossen Steinlandschaft!
Auch am naechsten Tag wartete ein ganz besonderes Highlight auf uns. Ausversehen abgebogen landeten wir am Ellendale Pool und waren uns mal wieder einig, dass nicht geplante Streckken zu den schoensten Zielen fuehren.
Ein Tag spaeter wartete der zweite Pink Lake unserer Australienreise auf uns. Haben wir letztes Mal behauptet, dass der Pink Lake pink war? Jetzt wissen wir was ‚pink‘ wirklich bedeutet!
Unser naechster Stop: Kalbarri
Mal wieder zog es uns dort in den Nationalpark. Mit Fliegennetz um den Kopf ging es los. Ihr fragt euch, was fuer ein Fliegennetz? Die ganze Westkueste laeuft mit so einem strumpfmaskenaehnlichem Teil um den Kopf rum. Anders sind die Fliegenmassen nicht auszuhalten. Von nun an fuehlen wir mit jeder Kuh mit, die wir sehen.
Mit Strumpfmaske auf dem Kopf konnten wir den Anblick dann auch geniessen. Der Lookout ueber dem Murchison River war ja ganz nett, Fotos machen auch, aber zufrieden waren wir noch nicht. Wir wollten lieber IM Bild stehen.
Wie die Geschichte weiterging, koennt ihr euch bestimmt denken...wir suchten uns einen Weg nach unten. Ueber Stock und Stein, ueber Berg und Tal kletterten wir nach unten. Ueber die Leiter den 5-Meter-Felsen hoch, auf dem Hintern unseren Sachen (die wir voraus geworfen hatten, damit wir die Haende frei hatten) hinterher. Zwischendurch ueberlegten wir uns, wer uns wohl retten kommen wuerde, falls wir abstuerzen.
Aber keine Sorge, nachdem wir den River erreicht hatten, kamen wir auch wohlauf wieder oben am Fotopunkt an.
Mit Blinky gemeinsam versuchten wir schliesslich, wieder aus dem Nationalpark rauszufahren. Haben wir schon erwaehnt, dass wir diese Strassen hier einfach lieben? Es ist besser als Achterbahn fahren. Von einem Schlagloch ins naechste...von der linken Spurrille in die rechte und wieder zurueck...da kann man schonmal das Gefuehl haben, man sitzt in der Wilden Maus.
Irgendwann mussten auch wir einsehen, dass manche Strassen mit Blinky nicht befahrbar waren...so gerne wir es auch ausprobiert haetten. Also mieteten wir uns ein Gefaehrt mit 4-Rad-Antrieb – ein Quad musste her. Endlich konnten wir all die Wege befahren, fuer die uns Blinky zu schade war. Wieder ging es von Spurrille zu Spurrille, ueber Stock und Stein, durch Sand und Matsch, Berge hoch und Berge runter...ihr koennt euch vorstellen, wie wir danach aussahen. Unseren Spass hatten wir trotzdem.
Erstmal genug von Stock und Stein ging es wieder direkt an die Kueste.
Unser naechste Ziel: die Delfine von Monkey Mia. Nicht irgendwelche Delfine – sondern echte Delfine!
Die waren uns allerdings etwas zu brav – wir wollten Haie sehen! Leider schwammen die nicht wie die Delfine vor unseren Fuessen herum – wir konnten sie nur von Weitem sehen. Aber seid beruhigt, diesmal stiegen wir nicht vom Aussichtspunkt nach unten.
Von diesen Urlaubs- und Touristenstrapazen mussten wir uns dann erstmal erholen.
Ein Strand – zwei Strandtuecher – ein Sonnenschirm – tuerkisblaues Meer – ueberall Muscheln – und wir mittendrin. Wir sind am Shell Beach angekommen. Warum Shell Beach? Ganz einfach, Sandstrand kann ja jeder haben! Wir hatten einen Muschelstrand, ein ganzer Strand nur aus Muscheln.
Noch tuerkiseres Meer sahen wir in Exmouth am Turqouise Bay. Dieses Karibik-Feeling wollten wir auch ueber Nacht geniessen und schlugen unser Zelt direkt im Cape Range Nationalpark hinter den Sandduenen auf.
Hatten wir vorhin gesagt, dass ihr euch keine Sorgen machen braucht, dass wir uns Haie aus der Naehe anschauen? In Coral Bay ging es mit Taucherbrille auf der Nase und Schnorchel im Mund direkt im Korallen-Riff auf Haisuche. Und wer suchet, der findet...direkt unter uns zogen die 1,50m langen Haie ihre Bahnen.
Eigentlich sollte es dann von hier weiter Richtung Norden gehen, aber was waeren Plaene, wenn man sie nicht aender muesste? Diesmal aenderten allerdings nicht wir die Plaene, sondern die Regenzeit, die dieses Jahr so schlimm wie schon seit Jahren nicht mehr ist. Wir mussten einsehen, dass Blinky nicht durch Wasser und ueber weggespuelte Bruecken haette fahren koennen. Also hiess es zurueck fahren an die Suedkueste. Von dort wird es weiter nach Port Augusta gehen...dort machen wir dann einen neuen Plan...
Unsere Route vom 16.3.2011 – 27.3.2011 an der Westkueste entlang:
- Von Perth in die Sandduenen nach Lancelin
- Weiter nach Cervantes und in die Pinnacles-Desert
- Nach mehrere Kuestenstops und einem Schwimmstop im Ellendale Pool schliesslich weiter nach Geraldton, die einzige Stadt auf unserer Route
- Weiter nach Port Gregory zum Pink Lake
- In den Kalbarri Nationalpark zum Quadfahren und runter an den Murchison River
- Nach Denham und weiter nach Monkey Mia zu den Delfinen
- Beim Verlassen der Halbinsel ein Halt am Shell Beach
- Hoch bis Exmouth in den Cape Range Nationalpark
- Ein Stueckchen runter nach Coral Bay ins Wasser zu den Haien
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