Nachdem hier so viel passiert, haben wir uns dazu entschlossen, euch an unserem verrueckten und auf dem Kopf stehenden Leben teilhaben zu lassen.
Also herzlich Willkommen in Australien und viel Spaß beim Stalken. =)
Im Moment befinden wir uns in Australien – Victoria – Melbourne – 250 Flinders Street Shop 10 im Elephant Backpackers – Level 1 – Room 101!!!
Mit uns in Room 101 wohnen 23 Paar Schuhe, 3 Rucksaecke, 1 Reisetasche, 3 Adventskalender, ein Adventskranz aus Muelltueten und Geschenkpapier, eine Waescheleine, außerdem Nina und Edwina, die das Hostelleben gleich doppelt so schoen machen.
Der Blick durch die noch nie geputzten, undichten Fenster verraet: wir wohnen direkt gegenueber der Flinders Station im Zentrum von Melbourne. Das erklaert den staendigen Laerm und die Straßenbahn bringt unser Zimmer zum wackeln.
Da unsere Waende nicht bis zur Decke reichen, sondern etwa 1 Meter davor aufhoeren, haben wir zu jeder Tages- und Nachtzeit Hoerspiel for free!! Da kommt es schonmal vor, dass es zu einer Wecker-Phobie kommt, morgens um halb acht im Nebenzimmer eine Geige gestimmt wird oder irgendwo ein Bett quietscht. Die „Waende“ sind aber trotzdem praktisch um Briefkontakt zu den netten Nachbarn zu halten. Unsere Papier-Flieger-Kuenste sollten allerdings noch optimiert werden!
So bleiben natuerlich auch Leben und Macken der Mitbewohner nicht verborgen. Da waere zum Beispiel die Pipi-Frau, die immer im Bad anzutreffen ist. Etwa Mitte 50 und immer mit Flasche auf dem Klo. Seit sie gemerkt hat, dass wir keine Franzosen sind, faengt unsere „Freundschaft“ an zu „bluehen“.
Wenn wir uns schon im Bad befinden, kommen wir doch gleich zu den Putzmaenner, den Staffs, die prinzipiell und immer putzen, wenn wir gerade duschen.
Ansonsten haben wir auf dem Stockwerk noch zwei Musiker, Geige und Keyboard, die leider keine Konzerte mehr auf dem Gang spielen duerfen, weil sie zu laut sind. Nachteil der halben Waende =)
Und nun – going down – BASEMENT!! Heißgeliebter und einziger Aufenthaltsraum mit Kueche im Keller. Zu bieten haben wir hier zwei immer laufende Fernseher – wahlweise Simpsons, Family Guy und two and a half man – Waschmaschienen, die die Waesche so dreckig rausschmeißen, wie man sie reingeworfen hat; Herdplatten, die nur zur Haelfte funktionieren; kaputte Kuehlschraenke; Wasserkocher, die explodieren und Toaster, die Suse fast toeten; verbeulte Toepfe und Pfannen ohne Griffe und Deckel; zu wenig Geschirr und unsere total mit Aldi-Essen ueberfuellten Locker (Schließfaecher).
Hier ist die Elite der bekloppten Menschen anzutreffen. Da koennen wir beide tatsaechlich noch was lernen!! =)
Da waere zum Beispiel der tanzende Inder. PC an, Kopfhoerer auf, Welt aus. Und los geht die Bollywood-Party vor dem PC. Außerdem haben wir noch einen schwulen Inder, it’s unbelievable how gay this guy is!
Die 50-jaehrige Weinfrau ohne Unterwaesche nicht zu vergessen, die jeden Abend mindestens eine Flasche Wein trinkt und prinzipiell maennliche JUNGE Wesen an ihrem Tisch sitzen hat oder in ihr Einzelzimmer mitnimmt! Hoerspiel natuerlich inklusive!!
Ein gewisser Alkoholpegel ist auch bei den Schluempfen vorhanden. Ca. 10 Neuseelaender, Einheitsuniform PINK. Das Pink erklaert vielleicht auch, warum sie uns in der Sofaecke Platz machen, damit wir Maedelsfilme schauen koennen und dann sogar mitschauen. Oder es liegt daran, dass wir Maedchen sind oder sie einfach doch nur Maenner sind. Was wiederum aufs gleiche rauskommen wuerde. Ihr seht wir drehen uns im Kreis.
Im Kreis dreht es wohl auch manch andere hier. Wir teilen unser Leben hier mit manchen Leuten, die einfach immer unter Drogen stehen. For example: der 15-years-experience-haricutter. Er bietet an, im Hostel Haare zu schneiden, allerdings nur, wenn sein Drogenlevel auf dem Hoehepunkt ist. Es sollte erwaehnt werden, dass es hier tatsaechlich Menschen gibt, die sich von ihm die Haare schneiden lassen. Zur allgemeinen Beruhigung, unsere Haare sind noch dran!
Natuerlich gibt es hier auch nicht ganz so komische Menschen, mit denen wir unsere Zeit verbringen.
Da waeren zum Beispiel die beiden Schwestern Alisa und Catina. Und Eva, die uns jede Woche an ihren beiden freien Tagen besuchen kommt.
Dank dem irakischen Neuseelaender Mo haben wir schon gelernt, wie man richtigen Reis kocht, damit er fluffy und sticky wird. NICHT umruehren und das Handtuch um den Deckel nicht vergessen!!! Dann waer da noch der libanesische Robby, der versprochen hat, fuer uns zu kochen, sobald er gelernt hat, was anderes außer Mais und Thunfisch aus der Dose zu essen.
Unser sueßer Lieblings-Italiener Luca (der uebrigens die Badezimmer immer putzt), der sich immer ganz besorgt erkundigt, wie es uns geht und sogar vor der Dusche auf uns wartet, damit er nicht ohne uns putzen muss.
Seit wir Luwie aus Kanada kennen, haben wir gelernt, dass unser Essen ziemlich gut schmeckt. Jedenfalls wenn man es mit seiner Lieblingsmahlzeit vergleicht – Toast mit Erdnussbutter und Marmelade!
Und last but not least … Steven! Leider koennen wir euch nichts zu ihm erzaehlen, weil man ihn einfach LIVE erleben muss … ansonsten ist das einfach unbelievable. Ein unbeschreibliches Phaenomen sozusagen.
Ihr seht also … wir sind hier in bester Gesellschaft und es wird nie langweilig J
Das gibts ja gar nicht! Ihr seid immernoch im Elephant... Wolltet ihr noch reisen oder wie schauts aus? ;)
ReplyDeleteLiebe Grüße
Merlin