Wir sitzen gerade im Treppenhaus auf unseren ganz persoenlichen Sitzsaecken, gefuellt mit Schmutzwaesche und schauen uns die Fotos der vergangenen Weihnachtszeit an. Da es einfach so wunderschoen war, finden wir, dass wir euch daran teilhaben lassen sollten.
Schon im November war uns eigentlich klar, dass hier keine Weihnachtsstimmung aufkommen wird.
Kurze-Hosen-FlipFlop-Wetter, nicht beleuchtete Weihnachtssterne in den Strassen, haessliche Plastikbaeume mit schlechter-Geschmack-Dekoration und Blasmusiker, die Weihnachtslieder spielen, lassen definitv einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen.
Also haben wir uns unsere Weihnachtsstimmung selber gemacht …
Am 1. Advent ging’s los!
Room 101 hat sich gegenseitig Adventskalender made in Germany mit persoenlicher Widmung geschenkt.
Aus Ninas Vorweihnachtspaeckchen kam ein ganz besondererer Adventskalender von ihrer Mama raus, der uns die gesamte Weihnachtszeit begleitet hat. Eine Lebensweisheit fuer jeden Tag, die nun alle unsere Zimmerwaende schmuecken.
Shelly, die Hostel-Managerin, hat auch zum Weihnachtsglueck beigetragen. Die hat uns naemlich Muelltueten geschenkt, die wir als Regenschutz nutzen sollten, falls wir abends in die Disco wollen.
Aus dem Regenschutz wurde ein Adventskranz!
Geschmueckt mit Zahnpastaverpackung-Weihnachtskugeln und Kerzen aus Geschenkpapier, konnten wir von nun an jeden Sonntag eine neue Kerze anzuenden.
An Weihnachten darf natuerlich auch ein Weihnachtsbaum nicht fehlen. Der etwa 1 m grosse Knut steht zufrieden in unsererem Zimmer und macht uns jeden Tag aufs neue gluecklich. Weil er naemlich der schoenste Baum Australiens ist.
In unvergessenenen Bastelstunden hat Room 101 ihn gemeinsam verschoenert. Snow flakes aus Taschentuechern, eine Weihnachtskugel, die zufaellig in der Turfbar durch Ninas Hilfe in Suses Handtasche gefallen ist, GLITZERsticker und eine pinke Weihnachtskugel, von der keiner so genau weiss, wie sie an den Baum kam (und auch besser keiner erfahren sollte, weil wir sonst „evicted“ werden) schmuecken Knuts Zweige.
(by the way, das ist die Sicht aus dem Nachbarzimmer)
Unsere groesste Angst war, Weihnachten ohne Plaetzchen zu feiern!
Aber auch das Problem haben wir geloest.
Plaetzchen kann man naemlich auch im Kuehlschrank backen …
Schokolade schmelzen – Cornflakes, Haferflocken und Erdnuesse rein – umruehren – Haeufchen machen – Kuehlschrank auf – Taschen raus – Plaetzchen rein – Kuehlschrank zu – warten – ESSEN!
24. Dezember
Los geht’s, wie in Deutschland auch, mit einem Grosseinkauf. Bei Aldi versteht sich!
Bewaffnet mit Wein und 4 Kilo Kartoffeln ging’s schwer bepackt wieder zurück.
Und dann kam, was am 24. ueberall und immer kommt – das absolute Chaos!
Auf einmal muste jeder arbeiten und Saskia stand mit den Kartoffeln, die geschaelt werden wollten, alleine da. Doch zum Glueck hat alles Arbeiten mal ein Ende und kochen konnten wir wieder gemeinsam.
Das Ergebnis war ein superleckerere Kartoffelsalat mit Cornflakes-Gemuese.
Zum Nachtisch gab’s Mousse au Chocolat. Das zu machen war eine echte Herausforderung! Wie sollten ausgerechnet WIR 330 ml Milch abschaetzen??
Zitat Suse: „Nimm meine 0,5-Liter-Flasche, da passen 600 ml rein. Wenn wir davon die Haelfte nehmen, haben wir 300 ml!“
Nach dieser hervorragenden Rechnung und Saskias brillanter Idee, das Mousse mit dem Katoffelstampfer zu stampfen, hatten wir den perfekten Nachtisch!
Um das perfekte Dinner auf einem perfekten Tisch zu servieren, wurde unser Tisch zur Feier des Tages mit unserem weissen Bettlaken gedeckt.
Ab dem Dinner war dann auch endlich Zeit fuer unsere pinken Weihnachtsmuetzen, die fuer die restliche Weihnachtszeit auf unseren Koepfen festgewachsen war.
Auf dem Foto kann man leider nicht so gut erkennen, wie viel wir tatsaechlich zu Essen hatten. ABER: christmas time is eating time! Das heisst: Weiteressen ist Pflicht!
25. Dezember
Richtig Weihnachten gefeiert wurde bei uns aber erst einen Tag spaeter. Orientiert an der australischen Tradition natuerlich.
Natuerlich gemeinsam mit der Hostel-Familie, wie sich das fuer Weihnachten gehoert.
Schoen gemeinsam ausschlafen und sich ewig im Bett gemuetlich unterhalten, bis das gemeinsame Sekt- und Pizza-Fruehstueck im Basement wartet.
Danach ging es beladen mit Picknick-Taschen und dem Weihnachtsbaum los an den Sandringham Beach. Schon im Zug hatten wir unseren Spass bei selbstgetraellerten deusch-englischen Weihnachtsliedern.
Selbstverstaendlich hatte Knut (fuer alle, die nicht aufgepasst haben – das ist der Weihnachtsbaum) einen eigenen Sitzplatz im Zug!
Nachdem er am Strand eingebuddelt wurde, unser Bettlaken (JA, genau das vom Dinner-Tisch) zum Strandlaken umfunktioniert wurde, wir die ersten Sandwiches verdrueckt hatten und im Meer schwimmen waren, gab es Bescherung.
Wie in jeder richtigen Familie auch, bekam jeder ein Geschenk. Um Familienstreit zu vermeiden in Form vom christmas exchange. Auf deutsch: Wichteln.
Am Anfang dachten wir, Weihnachten in der Sonne wird komisch. Aber dank Suses Tante hat sich unsere Meinung geaendert: In Betlehem hat es schliesslich auch nicht geschneit!
Egal wie viel wir jetzt auch geschrieben haben – so ein wunderschoenes und unvergessliches Weihnachten ist einfach nicht in Worte zu fassen!
Abschliessend ist nur noch der Spruch des Tages vom 24.12. aus Ninas Adventskalender festzuhalten:
"Manchmal ist das Leben ein Zug. Du schaust aus dem Fenster, moechtest den Duft der Waelder in dich aufnehmen, die Blumen pfluecken, die an dir vorbeifliegen.
Doch du sitzt im Zug.
Wenn du so fuehlst, solltest du aussteigen. Auch wenn deine Fahrkarte auf ein anderes Ziel lautete."
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