Friday, January 28, 2011

Under ‚Down Under‘ - We discovered Tasmania

Wenn wir nach rechts schauen…Pampa…wenn wir nach links schauen…Pampa…wenn wir in den Rueckspiegel schauen…auch Pampa und wenn wir durch die Windschutzscheibe schauen...kilometerweite Pampa!
Herzlich Willkommen auf Tasmanien!!
 
Los ging’s, wie ihr ja schon wisst, auf der Faehre von Melbourne nach Devonport. Spass hatten wir schon auf der Faehrueberfahrt. Wir hatten verbotene Ware an Bord! Kann ja keiner wissen, dass man Obst und Gemuese nicht nach Tasmanien einfuehren darf. 
Wir hatten trotzdem Hunger! 
Das mit dem Schmuggeln war eigentlich auch ein guter Plan…wenn wir nicht in letzter Minute Angst bekommen haetten und alles auf dem Weg von der Faehre runter auf der Toilette entsorgt haetten. Abends auf dem Campingplatz haben wir das dann aber ziemlich bereut!
Einschub: Nina fehlt!
Uebrigens…Maenner koennen keine Autos packen! 
Auf dem Weg von der Faehre zum Campingplatz wurde Saskia fast von einem Waeschesack erschlagen! 
Koennen wir kurz klaeren, welcher Waeschesack?!? 
WIR haben nur Bettlaken “ausgeliehen“, JAN offensichtlich einen ganzen Waeschesack voll mit Bettlaken und Kissen! 
Und WIR hatten ein schlechtes Gewissen?! 
Da das Zelt dadurch aber ziemlich kuschelig wurde, sind wir ihm eigentlich ziemlich dankbar dafuer!
3mal duerft ihr raten, wie der naechste Tag angefangen hat…GENAU, mit Regen! Aber puenktlich nachdem wir beim Tetris spielen ins naechste Level gekommen sind und alles wieder im Auto verstaut war, hoerte der Regen auf. Damit war das schlechte Wetter fuer diese Woche auch vorbei! Also konnten wir uns in aller Ruhe auf die naechste Verkehrsinsel setzen und fruehstuecken.
Weiter ging es danach nach Launceston, eine der wenigen groesseren Staedte auf der Insel. Da wir aber nicht auf Tasmanien sind, um Shoppingmeilen zu geniessen, ging es weiter durch den Regenwald Richtung Osten. An einem unserer Stopps schaffte es die Natur, uns voellig zu verwirren…strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, keine Wolken ueber uns und REGEN!! Wo kommt der Regen her??? (Wenn uns dieses Phaenomen jemand erklaeren kann, bitte eine E-Mail an uns schreiben)
Einschub: Nina fehlt immer noch, die haette das bestimmt gewusst!
Das naechste Abenteuer liess nicht lange auf sich warten. 
Auch Pampa macht muede, also versuchten wir einen Campingplatz zu finden. Was auch geklappt haette…waere da ein Campingplatz gewesen! Alle drei waren wir uns einig, dass wir ihn auf der Karte gesehen hatten. Schaut man sich unsere Route auf der Karte an, haetten wir ihn tatsaechlich finden koennen…waeren wir nicht so sehr mit der Strasse und dem, was wir drum herum sahen, beschaeftigt gewesen. Unbefestigter Kiesweg, verbrannte Baeume, vor uns herumhuepfende Kaengurus und es wurde immer dunkler, aber kein Ende in Sicht. 
DIESMAL hatten wir aber wenigstens Wasser dabei, schliesslich sind wir mit dem ganzen Auto verloren gegangen!
Irgendwann hatten wir trotzdem Angst um unser Leben und ueberlegten uns, wie es im Himmel wohl sein wuerde und ob wir dort gemeinsam genauso viel Spass haben wuerden. Jan holte uns aber ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen zurueck!
Zitat Jan: “IHR kommt nicht gemeinsam in den Himmel, weil das waere die Hoelle fuer alle die schon dort sind“
Nachdem wir nach einer Stunde Irrfahrt in der naechsten Ortschaft gelandet sind, war das Thema Himmel schnell vom Tisch und wir bekamen endlich einen langersehnten Tipp, wo wir den naechsten Campingplatz finden konnten!
Nach unserer Nacht auf dem Free-Campingplatz (mitten in der Pampa!) ging es weiter in den Freycinet National Parc. 
Natur zum Anschauen reichte Suse aber nicht – sie wollte Natur zum Anfassen haben. Angefangen hat das Drama mal wieder beim Lookout. 


Die Kueste von oben sah ganz schoen aus…von unten stellten wir sie uns noch besser vor. Also runter da! Doch auch das reichte Suse nicht…sie wollte Adventure. Die Aussicht vom Felsen stellte sie sich NOCH besser vor! Wer kann auch damit rechnen, dass es an einer Kueste Wellen gibt...! 
So stand Suse mitten auf dem Felsen und freute sich…bis Poseidon eine Riesenwelle ueber ihren Kopf hinweg sandte. Von Kopf bis Fuss nass musste sie ihren Adventure-Trip verlassen und wieder vom Felsen runter klettern.
 
Einschub: Nina wir vermissen dich!!
Raus aus dem National Parc – mal wieder auf die Suche nach einem Campingplatz! Den haben wir diesmal auch gefunden. Wir versuchen kurz, Gespraechsfetzen fuer euch zu rekonstruieren:
“seht ihr irgendwo den Campingplatz?“
“Ja, da vorne!“
“Nein, das ist der Friedhof!“
“Aber da stehen doch Wohnwaegen?“
“Nein, das sind Grabsteine!“
Am Ende hatten wir alle Recht! Eine grosse Wiese – in der Mitte ein Friedhof – drum herum Wohnwaegen – und wir mit unserem Zelt mittendrin! Holy Scheisse! Campen wir etwa wirklich gerade Tuer an Tuer mit dem Friedhof? Ein Blick aus dem Zelt sagt: JA, tun wir! 
Na dann, Gute Nacht!
Der naechste Tag ging dafuer doppelt so gut los…Fruehstueck direkt am Strand. Nur Meer, Sonne, viel Wind und wir mit unseren Cornflakes.
Unser naechstes Ziel hiess Port Arthur. Shellys Karte bescherte uns einen wundervollen Bildungsnachmittag! Auf den Spuren des 19. Jahrhunderts wandelten wir duch die Gefaengnismauern.
Am naechsten Tag haben wir dann aber doch Kultur- und Naturpause gebraucht und ab ging’s in die naechste – halt wir korrigieren – die einzige Big City hier, Hobart. Es gibt sooo viele wunderschoene Staedte…warum wohnen wir ausgerechnet in Boeblingen?! 
Schluss mit Natur…rauf auf die Shoppingmeile. Als Backpacker hat man ja nicht schon genug Gepaeck…da fallen ein XXL-Geldbeutel (Backpacker haben schliesslich auch zu viel Geld) und eine Handtasche mehr auch nicht mehr auf.
Einschub: Nina fehlt (obwohl, vielleicht doch nicht, sonst haetten wir noch mehr gekauft!)
Irgendwann ist uns aufgefallen, wie weit unten wir auf der Weltkarte eigentlich sind. (Ja, wir wissen, IHR wisst das schon lange). Also dachten wir uns, vielleicht geht es ja noch ein Stueckchen weiter. Und so fuhren wir mit unserem vollbepacktem Auto immer weiter Richtung Sueden auf der Suche nach der Antarktis!
 
Sehen konnten wir sie leider nicht, aber dafuer haben wir es geschafft, den suedlichsten Punkt der Insel zu erreichen – unser “last-stop“ vor der Antarktis.
Und auch dort blieb die Suche nach einem Campingplatz nicht aus. Alle drei waren wir uns mal wieder einig, am Ende der Strasse (ganz, ganz im Sueden) musste ein Campingplatz sein – sagte die Karte. Dass wir fuer diesen Kiesweg mitten durchs Nichts 1 Stunde brauchen wuerden, nur 20 km/h fahren konnten und uns dort nur Plumpsklos erwarten wuerden, sagte die Karte uns nicht. Vier Campingplaetze for free standen uns zur Auswahl. Vielleicht sollten wir euch kurz erklaeren, was das hier bedeutet:
·         Eine Wiese im Nichts, meistens mit vielen Huegeln
·         Keine Dusche
·         Kein Strom
·         Ein Plumpsklo
·         Meistens komische Nachbarn
·         Wallabies, die einem vors Zelt kacken
·         Manchmal ein Friedhof neben der Zelttuer

Unsere Wahl fiel auf den Campingplatz, mit den am wenigsten komischen Nachbarn. Von Jan bekamen wir den Auftrag, moeglichst schnell mit den Nachbarn Freundschaft zu schliessen, um ihm mitten im Nichts Bier zu organisieren. Ausgeguckt hatten wir uns dafuer Steve und Denis, unsere direkten – naja eher usere einzigen Campingnachbarn. Mitte 50 – waschechte Tasmanier. 
Challenge geglueckt! 
Jan hatte sein Bier und wir eine neue Reise-Route.
Beim Schlafen viel uns dann wieder auf, wo wir sind – kurz vor der Antarktis. 1 Paar Socken – 2 Paar Socken – 1 Leggins – 1 Herzchenschlafanzughose – Top – Tshirt – Pulli – Sewatshirt –Kapuze auf – Schlafsack bis ueber die Nase – kalt war’s trotzdem immernoch. Da konnten nicht mal mehr die vielen Wallabies helfen, die mit uns kuscheln wollten.
Unsere neue Reiseroute brachte uns am naechsten Tag von der Antarktis erst mal unter die Erde – in die Hastings Cave. Bei 9°C bestaunten wir die Tropfsteinhoehle. So kalt kam uns das aber nach unserer letzten Nacht aber nicht mehr vor. Trotzdem freuten wir uns anschliessend ueber unser 28°C warmes Wasser mitten im Regenwald. Da war auch der Campingplatz ohne Dusche schnell vergessen. In der Therme Springs (Thermalquelle) konnten wir endlich unsere lang ersehnten Bahnen ziehen – im Regenwald natuerlich noch viel cooler als im Sindelfinger Freibad.
Vom Sueden sollte es dann wieder in den Norden gehen…mal wieder durch die Pampa. Hier bekommt das Wort Pampa ganz neue Ausmasse…! Wir sind gefahren und gefahren und gefahren und um uns rum war einfach NICHTS! 
Wisst ihr wie schwer es ist, irgendwo draussen aufs Klo zu gehen, wenn da nicht mal ein Busch ist?! 
1 Stunde und 10 km spaeter…immer noch nichts! (wir waren immer noch nicht auf dem Klo). 
Aber ihr merkt schon, wir befinden uns wieder auf einer unbefestigten Strasse. 
2Stunden und 20 km spaeter…wenigstens mal ein Tasmanischer Teufel, der vor uns ueber die Strasse laeuft und sonst immer noch NICHTS!
Einschub: Nina fehlt, weil sie sich am meisten ueber den Tasmanischen Teufel freuen wuerde, weil sie endlich wuesste, nach was sie suchen muss!
Wir waren an der Kueste, wir waren fast in der Antarktis, wir waren im Regenwald und wir waren unter der Erde; fehlt nur noch eins…
Jan wollte ganz nach oben – und wir mussten mit. 
Wandertag im Cradle Mountion National Parc stand am naechsten Tag auf dem Programm. Dem Tipp unserer tasmanischen Zeltnachbarn folgend entschied Jan sich fuer die rote Route – und wir mussten mit. 
Unsere Handtaschen mussten im Auto bleiben – entschied Jan. Da wir telefonische Anweisungen bekommen haben nicht mehr ohne Wasser und Lunch loszuziehen, bot Jan an, alles in seinem Rucksack nach oben zu tragen (Danke Jan). 
Als wir die Steinwand vor uns sahen, die man nur noch mit Hilfe von Stahlketten hochklettern konnte, wurde uns schliesslich bewusst, was die Farbe ROT wirklich bedeutete.
Einschub: Nina fehlt nicht; den Berg haette man naemlich nicht mit High Heels besteigen koennen!!

Etwas ausser Puste, aber sehr zufrieden, kamen wir oben an. Beim Picknick auf der Bergspitze konnten wir den Blick auf den Cradle Mountain und den National Parc geniessen.


Berg runter wollten wir einen anderen Weg nehmen. Was anfangs auch geklappt hatte…solange bis wir an einer Abzweigung kamen und eine Moeglichkeit davon gesperrt war. Alle drei waren wir uns einig ‘das kann nicht sein‘. Munter bogen wir ab!
 
Irgendwann mussten wir einsehen, dieser Weg ist wirklich ‘closed‘ und mussten alles wieder zurueck wandern. Aber keine Sorge – wir kamen wieder heil am Auto an und waren uns mal wieder einig, dass sich die rote Route definitiv gelohnt hatte.
Schneller als gedacht, kam der letzte Tag. Los ging’s in der Schokofabrik. Da unsere Schokovorraete inzwischen aufgebraucht sind, mussten wir dort naschen gehen. 
Nachdem wir gefuettert wurden, wurden die Kaengurus gefuettert. JA, ganz echte Kaengurus – zum Anfassen…
 
Und was darf auf Tasmanien natuerlich nicht fehlen? Tasmanische Teufel…nur zum Anschauen, NICHT zum Anfassen!
 
Abends ging es dann zum 8. Mal auf einen Campingplatz. Zum 8. Mal das Zelt aufbauen, zum 8. Mal das Southern Cross am Sternenhimmel suchen, zum 8. Mal bei teilweise nur 7°C im Zelt frieren und zum 8. Mal das Zelt wieder abbauen.
Und nun schauen wir nach links und sehen Wasser, schauen nach rechts und sehen den Rettungsring, schauen in die Ferne und sehen die Skyline von Melbourne. Ein letztes Mal werden wir fuer zwei Naechte ins Elephant zurueck kehren, bevor wir weiter nach Perth flirgen. Dabei faellt uns auf, dass wir noch nicht wissen wie wir an den Flughafen kommen und wie wir in Perth vom Flughafen zum Hostel kommen. Aber nicht so schlimm... wir haben ja noch gar kein Schlafplatz ...oh wir haben nur noch ein Tag Zeit...!

FAZIT: TASMANIA – explore the possibility – SCHOEN DA!

20.01.2011 - 28.01.2011
Unsere 1800 km – Route zum Nachverfolgen:
·         Mit der Faehre von Melbourne nach Devonport
·         Auf den Campingplatz nach La Trobe
·         Ueber Launceston nach St. Helens an die Ostkueste
·         Auf der Suche nach einem Campingplatz quer durch die Pampa nach St. Marys (free Campground mit Dusche)
·         Nach Coles Bay und ein Stueck weiter auf die Freycinet Peninsula (free Shower fuer Suse auf dem Felsen)
·         Weiter nach Swansea auf den Friedhof
·         Fruehstueck am Nine Mile Beach
·         Nach Port Arthur ins Gefaengnis
·         Weiter nach Hobart
·         Camping mal wieder auf einem normalen Campingplatz in Snug
·         Nach Southport auf der Suche nach der Antarktis
·         Weiter bis Cockle Creek auf den free Campingplatz, wo wir Steve und Denis kennengelernt haben
·         Unter die Erde in die Hastings Cave und zu den Thermal Springs
·         Durch die Pampa bis Deloraine
·         Weiter nach Cradle Valley in den National Parc und rauf auf den Berg
·         Ueber Sheffield eine weitere Nacht zurueck nach Deloraine
·         An der Schokofabrik vorbei nach Devonport
·         Weiter nach Gunns Plains in den Wild Parc
·         Letzte Nacht in La Trobe
·         Zurueck nach Devonport
·         Und wieder aufs Schiff zurueck nach Melbourne




All good things come to an end


Wir schauen gerade aus dem Fenster und sehen nur Meer; wenn wir den Blick nach rechts schweifen lassen sehen wir einen Rettungsring ... wenn wir den Blick nach links schweifen lassen, sehen wir Jan, der uns begleitet. Ja wir sitzen endlich auf der Faehre Richtung Tasmanien … aber in Gedanken sind wir immer noch in Melbourne.
Warum hat man immer das Gefuehl, dass am Ende alles am Schoensten ist?!
Vielleicht, weil man in den letzten Tagen versucht, alles fuer immer in seine Gedanken einzuschliessen. Dazu kommt, dass man noch so viele Eindruecke sammeln moechte, aber auch noch so viele Vorbereitungen treffen muss, fuer das, was danach kommt.
Also was liegt nahe … eine To-do-Liste. Deswegen versuchten wir, unsere letzten beiden Tage in Melbourne zu organisieren. Aber unser Leben laesst sich einfach nicht organisieren! Der Plan war gut und haette auch klappen koennen, wenn wir nicht vergessen haetten, sie abzuarbeiten.
„wichtig = unwichtig“ (Zitat von Basti)
Und so kam am letzten Tag, was immer bei uns kommt … das voellige Chaos!
10 Wochen haben 4 Maedels zusammen auf ca. 11 qm gewohnt und nun mussten Nina und wir beide es irgendwie schaffen, dieses Leben in unsere Rucksaecke zu verpacken.
Schneller als gedacht waren unsere Rucksaecke voll und Room 101 immer noch nicht leer. Also entschieden Nina und Saskia sich fuer das Rollprinzip und traveln jetzt mit einem Rucksack voll mit Kleiderwuerstchen durch Australien.
Natuerlich wollten wir unseren letzten gemeinsamen Tag nicht nur mit Packen verbringen … so blieben alles erst mal wo es war … IRGENDWO und nur nicht da, wo es hin sollte und wir zogen los Richtung Eureka Tower.
Going up – Skydeck
Vom 88. Stock aus konnten wir nochmal die Stadt und unsere Favorite Places bewundern. So konnten wir die ganzen letzten Wochen noch mal von oben bestaunen.
-          Das Hostel, wo wir uns so sehr zu Hause gefuehlt haben
-          Die Flinder Street Station, an der wir jeden Tag vorbei gelaufen sind
-          Der Yarra River, an dem wir mitten in der Nacht spontan Barbecue gemacht haben
-          Der City Link, auf dem wir uns verfahren haben und unseren ersten Strafzettel hier bekommen haben
-          Das Crown-Casino, wo wir genuegend Geld fuer ein special Diner gewonnen haben
-          Der Federation Square wo wir uns einfach immer und zu jeder Uhrzeit wohl gefuehlt haben
-          Die Skyline, die Melbourne fuer uns immer unverwechselbar machen wird




Zurueck im Hostel wollten wir noch mal unsere Kreativitaet spielen lassen und ein bleibendes Kunstwerk im Elephant hinterlassen.
Welcher Platz eignete sich dafuer besser, als die Reception, an der wir zum Ende hin immer willkommener waren und so unglaublich viel Zeit verbrachten?
 
Da wir an diesem Tag noch nicht genug Sightseeing hatten, gab es zum Abschluss noch eine Tour durchs Hostel … im Aufzug!
3 Maedels – 3 Stuehle – 1 Aufzug – 5 Stockwerke!
Was fuer ein Spass!
Going uo – going down – Tuer auf – Tuer zu …
So hatten wir innerhalb kuerzester Zeit die Moeglichkeit, moeglichst viele Menschen aus dem Elephant nochmal zum Abschied zu treffen.
Stellt euch das ganz kurz bitte anders rum vor … Tuer auf und ihr seht unerwartet 3 Maedels auf 3 Stuehlen im Aufzug, die euch freudestrahlend entgegen winken.
Und stellt euch dann vor, die gleichen Stuehle mit den gleichen Maedels drauf stehen auf eurem Rueckweg immer noch im Aufzug … ihr versteht unsere Freude?

 
Doch aller Spass hat ein Ende und wir mussten uns wieder der Realitaet stellen … Abschied nehmen!
Bevor wir uns aber endgueltig verabschieden mussten, wartete Jesse um 6:00 Uhr (!!!) mit fertigem Abschieds-Fruehstueck auf uns im Basement … frischgemachter French Toast mit Maple Syrup und frischem Obst.
Nach gut gemeinten Ratschlaegen wie „don’t play with crocodiles and tasmanien devils, they will  hurt you!“ und hilfreichen Reisetipps von Shelly, der Hostelmanagerin (wir sind trotzdem eigentlich noch planlos und haben noch nicht mal eine richtige Karte) kam der schlimmste Abschied.



Die Verabschiedung von Nina, unserem Herztuepfelchen auf dem i! WIR sitzen auf der Faehre nach Tasmanien und NINA im Zug nach Sydney ... unser Lunch ist gleich … Nutellatoast … die vielen schoenen Erinnerungen auch!

Ps: Wir sitzen immer noch auf der Faehre und ueberlegen gerade, ob wir eigentlich das Zelt mitgenommen haben. Fruehestens schauen koennen wir aber erst in 5 Stunden. Dann kommen wir naemlich nach 9 Stunden Faehre under ‚Down Under‘ an!

Monday, January 17, 2011

Great Ocean Road – auf der falschen Seite ins Paradies



Nach Arbeiten kommt Urlaub!
In Deutschland faehrt man zum Zelten an den Bodensee und in Australien an die Great Ocean Road.
An den Bodensee zu fahren, ist aber etwas einfacher, weil der nicht einfach wegen Ueberflutung oder Steinschlag gesperrt wird!
Eine Tag vor Tour-Beginn stellten wir fest, dass die Haelfte der geplanten Strecke wegen zu viel Regen gesperrt wurde. Doch der Mitarbeiter aus dem Touristeninformationszentrum sagte uns mit seinem ‚Magic Mirror’ vorraus, dass gutes Wetter werden wuerde. (Der hat WIRKLICH in seinen Spiegel geschaut und behauptet, dass das Wetter gut wird!)
Da haben wir uns drauf verlassen und so sollte es am Samstag den 15.01. losgehen.
ABER besondere Wochenenden erfordern besondere Planung! Zuerst musste das Zelt, dass wir uns mitsamt Campingkocher, Kuehlbox und Schlafsack von Jan und Jesse ausgeliehen haben probeaufgebaut werden.
Und wo geht das besser, als im Elephant – natuerlich im Treppenhaus, weil da am meisten Platz ist!
Auch das Probepicknick IM Zelt durfte nicht fehlen – natuerlich mit Spanish Doughnuts.


Als naechstes ging’s ans Packen. Mit auf Tour gingen insgesamt 17 teile fuer 3 Leute:
-          3 Schlafsaecke
-          1 Zelt
-          1 Campingkocher
-          3 Handtaschen
-          3 Klamottentaschen
-          1 Tasche mit 6 Paar Ersatzschuhen
-          1 Essenstasche
-          1 Kuehlbox mit Essen
-          1 Tasche mit Handtuechern und Bettlaken
-          1 Waserkanister
-          1 Kruschtelbox

Inhalt der Kruschtelbox:
-          Bag that stands alone ( Die aus der der Adventskranz gebastelt wurde)
-          1 Topf ( zufaellig im Basement in die Kuehlbox gefallen)
-          Besteck ( wirklich zufaellig auf dem Gang gefungen)
-          3 Mueslischuesseln (nicht wirklich zufaellig in Suses Handtasche gefallen)
-          2 Geschirrtuecher (auch zufaellig in der Kuehlbox aufgetaucht)

Waren diese ganzen Zufaelle vielleicht doch geplant? Man weiss es nicht …

SAMSTAG

5.45 Uhr: Weckerklingeln 1
6.00 Uhr: Weckerklingeln 2
6.05 Uhr: Nina rennt verrueckt durchs Zimmer und schreit ‚Aufstehen!’
6.06 Uhr: Suse fragt genervt. Warum bist DU eigentlich schon wach?!’
6.10 Uhr: 101-Meeting zum Duschen im Badezimmer
7.00 Uhr: Vorbereitung fuer Breakfast, Lunch, Diner und Zwischenmahlzeiten
7.30 Uhr: 17 Gepaeckstuecke an der Rezeption zwischenlagern – NEIN, wir ziehen nicht aus! Unser Zimmer ist immer noch voll …
8.00 Uhr: Auto bei der Autovermietung abholen und los geht’s

Was fuer ein Spass! Lenkrad auf der falschen Seite, Kupplungspedal fehlt, komische D-2-3-L-Zeichen, Blinker und Scheibenwischer sind vertauscht und ausser uns nur Geisterfahrer unterwegs!
War das wirklich eine gute Idee, 3 Maedels im Linksverkehr loszulassen?
Natuerlich war es das!
In hervorragender Zusammenarbeit manoevrierten wir den weissen Toyota Corolla aus der City auf den Highway Richtung Great Ocean Road.
Saskia war fuer Gas und Lenkrad verantworlich, Suse dafuer, dass wir nicht auf der falschen Spur landeten und keine Spiegel an den anderen Autos abfuhren und Nina fuer den Schulterblick und die Essensversorgung waehrend der Fahrt.
Auf dem Highway ging es nun mit Radiofrequenz 101 (WIRKLICH die beste Musik) an die Kueste. Da sind wir auch bis auf einen kleinen Zwischenfall gut angekommen …
Wir haben im Kreisverkehr nicht bemerkt, dass wir uns schon mitten drin befinden. Also erst mal stehen bleiben und voelliges Chaos verursachen!
Als wir endlich aus dem Kreisverkehr rausgekommen sind, (fahrt ihr mal mit einem rechtsgesteuerten Auto im Linksverkehr, also IM Uhrzeigersinn im Kreisverkehr rum) sind wir am bisher fuer uns schoensten Strand hier angekommen.



Irgendwann kamen wir an den Punkt, an dem es wegen der Sperrung nicht mehr weiter ging. Aber Ninas Mutter wuerde jetzt sagen: ‚Es passiert alles zu eurem Besten!’
Dank der Umleitung, die wir nehmen mussten, kamen wir an einem wunderschoenen Wasserfall vorbei. Den Ereskin Falls.
Der Weg dahin war allerdings nicht der beste fuer unsere Nerven – und auch nicht fuer unseren Motor und die Reifen!
Achterbahn kommt nicht mal annaehrend an das ran, was wir durchgemacht haben! Eine Berg- und Talfahrt aus aneinandergereihten Schlagloechern und 360°-Kurven und einer Fahrbahn nicht ganz so breit wie unser Auto. Haben wir schon erwaehnt, dass hier Linksverkehr herrscht? Aber das Ziel hat sich definitiv gelohnt

Next Stop: Leuchtturm – eines der HIGHLIGHTS der Great Ocean Road … anscheinend!
Auf einer Strasse, die nicht besser war, als die zum Wasserfall, versuchte Suse uns zum Leuchtturm zu bringen. Was auch geklappt haette … waere da ein Leuchtturm gewesen!
Also standen wir mitten in der Pampa – natuerlich ohne Leuchtturm!
Nein, wir haben uns nicht verfahren. Das Souvenirgeschaeft war naemlich da, nur dr Leuchtturm war WEG!
Aber der Rueckweg hat uns fuer alles entschaedigt. Wir haben gelernt, dass Kuehe hier Vorfahrt haben. Dafuer gibt es sogar ein eigenes Vorfahrtsschild. Wir finden, dass Schild ist ueberfluessig, weil die Kuehe sich ihre Vorfahrt einfach selber nehmen und vor den Autos rumspazieren.
JA, wir wissen, die Kuehe interessieren euch nicht und ihr wartet nur darauf … WIR HABEN KOALAS GESEHEN! Aber wir muessen wuch enttaeuschen … die sehen gar nicht aus wie Blinky Bill. Aber suess sind sie trotzdem!
Nach unserer etwa 500 km – Tour ist uns eingefallen, dass wir noch einen Schlafplatz brauchen. Also wollten wir in die auf der Karte eingezeichnete naechste groessere Stadt. Da kamen wir auch an.
Wer von euch kennt Mauren???
Princetown ist noch kleiner!


Nachdem Suse dort nicht aufs Klo durfte, weil sie kein Customer war (und wir waren echt mitten in der Pampa) und uns die „Stadt“ sehr an einen schlechten Horrorfilm erinnerte, entschieden wir uns, weiterzufahren und doch in Port Campbell zu zelten.
Nach dem Zeltaufbau gab es Pasta vom Campingkocher in den gefundenen Mueslischuesseln, aus dem gefundenen Topf, mit dem gefundenen Topf, mit dem gefundenen Besteck, auf dem bereits bekannten Bettlaken.

Sonntag

Neuer Tag – neues Glueck?
Naja … es regnet!!!
Das Zelt war nass und wir gleich mit dazu – bevor wir duschen waren, versteht sich!
Aber die Hoffnun stirbt zuletzt. Alles, was wir in die Hand nehmen, wird gut! Also alles ab ins Auto und der Sonne entgegen!
Aber schon auf dem Weg aus der Stadt raus scheiterten wir. Obwohl es nur 4 groessere Strassen gab, liess sich der Weg zurueck einfach nicht finden! Nachdem wir 4 Mal im selben Kreisverkehr unsere Runden gedreht haben (links rum versteht sich), hatten wir endlich wieder die Great Ocean Road unter den Reifen!
Puentklich zu den Sightseeing-Points wurden Himmel und Meer wieder blau. Also links raus auf den Parkplatz, Pulli aus, Sonnencreme ins Gesicht und Sonnenbrille auf den Kopf.
Die 12 Apostel waren dank riesiger Touristenmengen kaum zu verpassen.
Ihr fragt euch, wer die 12 Apostel sind?
6 einsame Felsen im Ozean – DIE Attraktion der Great Ocean Road!


Weil ein Teilabschnitt der Great Ocean Road immer noch gesperrt war, machten wir uns auf ins Landesinnere um die Triplet Falls anzuschauen. Leichter gesagt als getan …
Haben wir uns gestern ueber die Strassen beschwert? Wir nehmen alles wieder zurueck!
Der Weg zu den Wasserfaellen stellte sich naemlich als unbefestiger Forstweg mitten im Wald heraus. Aber auch dieser Weg hat sich gelohnt. Es wartete das Dschungelparadies auf uns! Ein 30-minuetiger Walk durch den Regenwald, wie man ihn sonst nur aus dem Tropenhaus der Wilhelma oder dem Dschungelcamp kennt, fuehrte uns zum absoluten Wunderwerk der Natur.


Nachdem wir vom Regenwald und dem Wasserfall so unglaublich beeindruckt waren, blieb keine Zeit mehr fuer weitere Sehenswuerdigkeiten und wir entschieden uns, nach Apollo Bay zurueck zu fahren, um einen Campingplatz zu suchen.
Suse hatte die wunderbare Idee eine Abkuerzung zu nehmen! Unser ganz persoenliches Highlight heute!
Serpentinen mitten durch den Regenwald mit einer zugelassenen Hoechstgeschwindigkeit von 20 km/h, kilometertiefe Abgruende, umgestuerzte Baeume auf der Fahrbahn und alles noch enger als zuvor! Zum Glueck hatten wir den Forstweg zum Ueben!
An dieser Stelle haetten wir euch gerne ein Video gezeigt, aber leider hat das Hochladen nicht so wirklich funktioniert!

Monday - we were lost

Neuer Tag – neues Glueck?
Naja … es regnet … schon wieder!
Das Zelt war noch nasser und wir in unseren Schlafanzuegen auch!
Da die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt und alles, was wir in die Hand nehmen, gut wird, musste auch dieser Tag gut werden!
Und es wurde alles gut – der gesperrte Abschnitt zwischen Apollo Bay war wieder geoeffnet.
Und so ging es diesmal entlang der Kueste Richtung Teddy Lookout.



So gut der Stopover am Teddy Lookout mit der Aussicht auf die Great Ocean Road auch anfing, so gut sollte er nicht weitergehen …
Gemeinsam entschieden wir uns, den Rundgang von ca. 300 m (SO war es ausgeschrieben) zurueck zum Auto zu nehmen. Aber was passierte dann? Ohne Toast, Wasser und Handyempfang verirrten wir uns im Wald!
Nach ca. 15 Minuten war uns klar, wir befinden uns definitiv nicht auf dem Rundgang sondern mitten im Nichts! Ein Trampelpfad sah aus, wie der andere und ein Ende war nicht in Sicht. Nina hatte die grandiose Idee, wie bei Haensel und Gretel den Weg zu markieren. Da wir ausnahmsweise mal ohne Toast unterwegs waren, markierte Nina den Weg mit Pfeilen aus Stoecken um den Wiedererkennungseffekt zu verstaerken.
Nachdem wir ca. 1 Stunde durch den Wald geirrt sind und wir schon Freundschaft mit den Tausenfuesslern geschlossen hatten, kamen wir irgendwann voellig fertig und ausgehungert am Auto an!
Auch dieses Video muessen wir euch leider vorenthalten, da die Internetverbindung bei Hungry Jacks (Burger King) nicht gerade die Beste ist...
Nach der langersehnten Toastpause dachten wir, unser Roadtrip waehre langsam zu Ende und wollten uns auf den Weg zurueck nach Melbourne machen. Auf dem Highway der Skyline entgegen.
Kennt ihr das Gefuehl, wenn man nach demn Urlaub auf der Autobahn am Sindelfnger Wald oder Herrenberger Kirche vorbei faehrt und weiss, es soind nur noch wenige Minuten bis nach Hause? Genau so fuehlten wir uns …
Aus den 5 Minuten wurde nur leider 1 Stunde! Nicht zum ersten Mal an diesem Tag waren wir komplett lost!
Aus dem Urwald-Dschungel in den Grossstadt-Dschungel! Hier haben wir es das erste Mal geschafft, uns tatsaechlich zu verfahren und den ersten australischen Strafzettel zu kassieren!
Acuh dieses Video koennen wir euch leider nicht zeigen und ihr muesst euch noch ein wenig gedulden. Aber ihr seht ... Nina hat ihre Aufgabe als Kamerafrau sehr ernst genommen!


Noch total geflasht von den vielen Eindruecken des Wochenendes kamen wir endlich zu Hause an.
Und es war wirklich wie nach Hause kommen … Menschen, die auf einen warten, frischgemachte Betten, das bekannte Chaos in Room 101 und der vertraute Hostel-Geruch.

Fuer euch zum Nachverfolgen unsere Reise-Etappen:
-          Melbourne ueber den Highway nach Geelong
-          Weiter nacht Torquay
-          Start der
Great Ocean Road
bis Lorne
-          Abstecher zu den Erskine Falls
-          Die Umleitung von Lorne ueber Deans Marsh bis Apollo Bay
-          Zum Cape Otway zum nichtgefundenen Leuchtturm
-          Wieder hoch auf die Great Ocean Road, vorbei an den Kuehen und den Koalas
-          Weiter nach Princetown – auch bekannt als das australische Mauren
-          Nach Port Campbell auf den Campingplatz
-          Am naechsten Tag nach Peterborough
-          Umgedreht und zu den 12 Aposteln gefahren
-          Weiter nach Lavers Hill
-          Ins Landesinneer Richtung Beech Forrest zu den Triplet Falls
-          Die ABKUERZUNG ueber Tanybryn bis nach Skenes Creek
-          Nach Apollo Bay zum zweiten Campingplatz
-          Am naechsten Tag den endlich geoeffneten Abschnitt direkt an der Kueste entlang bis nach Lorne
-          Irrweg durch den Wald beim Teddy Lookout
-          Ueber den Highway zurueck nach Melbourne
-          Die Karte unserer Melbourne-Route wollt ihr lieber nicht sehen ... geht leider auch nicht, da wir irgendwann aus der Karte rausgefahren sind ...

Fazit: Auf einer Skala von 1 - 10 bekommt dieses Wochenende eine 15!