Monday, January 17, 2011

Great Ocean Road – auf der falschen Seite ins Paradies



Nach Arbeiten kommt Urlaub!
In Deutschland faehrt man zum Zelten an den Bodensee und in Australien an die Great Ocean Road.
An den Bodensee zu fahren, ist aber etwas einfacher, weil der nicht einfach wegen Ueberflutung oder Steinschlag gesperrt wird!
Eine Tag vor Tour-Beginn stellten wir fest, dass die Haelfte der geplanten Strecke wegen zu viel Regen gesperrt wurde. Doch der Mitarbeiter aus dem Touristeninformationszentrum sagte uns mit seinem ‚Magic Mirror’ vorraus, dass gutes Wetter werden wuerde. (Der hat WIRKLICH in seinen Spiegel geschaut und behauptet, dass das Wetter gut wird!)
Da haben wir uns drauf verlassen und so sollte es am Samstag den 15.01. losgehen.
ABER besondere Wochenenden erfordern besondere Planung! Zuerst musste das Zelt, dass wir uns mitsamt Campingkocher, Kuehlbox und Schlafsack von Jan und Jesse ausgeliehen haben probeaufgebaut werden.
Und wo geht das besser, als im Elephant – natuerlich im Treppenhaus, weil da am meisten Platz ist!
Auch das Probepicknick IM Zelt durfte nicht fehlen – natuerlich mit Spanish Doughnuts.


Als naechstes ging’s ans Packen. Mit auf Tour gingen insgesamt 17 teile fuer 3 Leute:
-          3 Schlafsaecke
-          1 Zelt
-          1 Campingkocher
-          3 Handtaschen
-          3 Klamottentaschen
-          1 Tasche mit 6 Paar Ersatzschuhen
-          1 Essenstasche
-          1 Kuehlbox mit Essen
-          1 Tasche mit Handtuechern und Bettlaken
-          1 Waserkanister
-          1 Kruschtelbox

Inhalt der Kruschtelbox:
-          Bag that stands alone ( Die aus der der Adventskranz gebastelt wurde)
-          1 Topf ( zufaellig im Basement in die Kuehlbox gefallen)
-          Besteck ( wirklich zufaellig auf dem Gang gefungen)
-          3 Mueslischuesseln (nicht wirklich zufaellig in Suses Handtasche gefallen)
-          2 Geschirrtuecher (auch zufaellig in der Kuehlbox aufgetaucht)

Waren diese ganzen Zufaelle vielleicht doch geplant? Man weiss es nicht …

SAMSTAG

5.45 Uhr: Weckerklingeln 1
6.00 Uhr: Weckerklingeln 2
6.05 Uhr: Nina rennt verrueckt durchs Zimmer und schreit ‚Aufstehen!’
6.06 Uhr: Suse fragt genervt. Warum bist DU eigentlich schon wach?!’
6.10 Uhr: 101-Meeting zum Duschen im Badezimmer
7.00 Uhr: Vorbereitung fuer Breakfast, Lunch, Diner und Zwischenmahlzeiten
7.30 Uhr: 17 Gepaeckstuecke an der Rezeption zwischenlagern – NEIN, wir ziehen nicht aus! Unser Zimmer ist immer noch voll …
8.00 Uhr: Auto bei der Autovermietung abholen und los geht’s

Was fuer ein Spass! Lenkrad auf der falschen Seite, Kupplungspedal fehlt, komische D-2-3-L-Zeichen, Blinker und Scheibenwischer sind vertauscht und ausser uns nur Geisterfahrer unterwegs!
War das wirklich eine gute Idee, 3 Maedels im Linksverkehr loszulassen?
Natuerlich war es das!
In hervorragender Zusammenarbeit manoevrierten wir den weissen Toyota Corolla aus der City auf den Highway Richtung Great Ocean Road.
Saskia war fuer Gas und Lenkrad verantworlich, Suse dafuer, dass wir nicht auf der falschen Spur landeten und keine Spiegel an den anderen Autos abfuhren und Nina fuer den Schulterblick und die Essensversorgung waehrend der Fahrt.
Auf dem Highway ging es nun mit Radiofrequenz 101 (WIRKLICH die beste Musik) an die Kueste. Da sind wir auch bis auf einen kleinen Zwischenfall gut angekommen …
Wir haben im Kreisverkehr nicht bemerkt, dass wir uns schon mitten drin befinden. Also erst mal stehen bleiben und voelliges Chaos verursachen!
Als wir endlich aus dem Kreisverkehr rausgekommen sind, (fahrt ihr mal mit einem rechtsgesteuerten Auto im Linksverkehr, also IM Uhrzeigersinn im Kreisverkehr rum) sind wir am bisher fuer uns schoensten Strand hier angekommen.



Irgendwann kamen wir an den Punkt, an dem es wegen der Sperrung nicht mehr weiter ging. Aber Ninas Mutter wuerde jetzt sagen: ‚Es passiert alles zu eurem Besten!’
Dank der Umleitung, die wir nehmen mussten, kamen wir an einem wunderschoenen Wasserfall vorbei. Den Ereskin Falls.
Der Weg dahin war allerdings nicht der beste fuer unsere Nerven – und auch nicht fuer unseren Motor und die Reifen!
Achterbahn kommt nicht mal annaehrend an das ran, was wir durchgemacht haben! Eine Berg- und Talfahrt aus aneinandergereihten Schlagloechern und 360°-Kurven und einer Fahrbahn nicht ganz so breit wie unser Auto. Haben wir schon erwaehnt, dass hier Linksverkehr herrscht? Aber das Ziel hat sich definitiv gelohnt

Next Stop: Leuchtturm – eines der HIGHLIGHTS der Great Ocean Road … anscheinend!
Auf einer Strasse, die nicht besser war, als die zum Wasserfall, versuchte Suse uns zum Leuchtturm zu bringen. Was auch geklappt haette … waere da ein Leuchtturm gewesen!
Also standen wir mitten in der Pampa – natuerlich ohne Leuchtturm!
Nein, wir haben uns nicht verfahren. Das Souvenirgeschaeft war naemlich da, nur dr Leuchtturm war WEG!
Aber der Rueckweg hat uns fuer alles entschaedigt. Wir haben gelernt, dass Kuehe hier Vorfahrt haben. Dafuer gibt es sogar ein eigenes Vorfahrtsschild. Wir finden, dass Schild ist ueberfluessig, weil die Kuehe sich ihre Vorfahrt einfach selber nehmen und vor den Autos rumspazieren.
JA, wir wissen, die Kuehe interessieren euch nicht und ihr wartet nur darauf … WIR HABEN KOALAS GESEHEN! Aber wir muessen wuch enttaeuschen … die sehen gar nicht aus wie Blinky Bill. Aber suess sind sie trotzdem!
Nach unserer etwa 500 km – Tour ist uns eingefallen, dass wir noch einen Schlafplatz brauchen. Also wollten wir in die auf der Karte eingezeichnete naechste groessere Stadt. Da kamen wir auch an.
Wer von euch kennt Mauren???
Princetown ist noch kleiner!


Nachdem Suse dort nicht aufs Klo durfte, weil sie kein Customer war (und wir waren echt mitten in der Pampa) und uns die „Stadt“ sehr an einen schlechten Horrorfilm erinnerte, entschieden wir uns, weiterzufahren und doch in Port Campbell zu zelten.
Nach dem Zeltaufbau gab es Pasta vom Campingkocher in den gefundenen Mueslischuesseln, aus dem gefundenen Topf, mit dem gefundenen Topf, mit dem gefundenen Besteck, auf dem bereits bekannten Bettlaken.

Sonntag

Neuer Tag – neues Glueck?
Naja … es regnet!!!
Das Zelt war nass und wir gleich mit dazu – bevor wir duschen waren, versteht sich!
Aber die Hoffnun stirbt zuletzt. Alles, was wir in die Hand nehmen, wird gut! Also alles ab ins Auto und der Sonne entgegen!
Aber schon auf dem Weg aus der Stadt raus scheiterten wir. Obwohl es nur 4 groessere Strassen gab, liess sich der Weg zurueck einfach nicht finden! Nachdem wir 4 Mal im selben Kreisverkehr unsere Runden gedreht haben (links rum versteht sich), hatten wir endlich wieder die Great Ocean Road unter den Reifen!
Puentklich zu den Sightseeing-Points wurden Himmel und Meer wieder blau. Also links raus auf den Parkplatz, Pulli aus, Sonnencreme ins Gesicht und Sonnenbrille auf den Kopf.
Die 12 Apostel waren dank riesiger Touristenmengen kaum zu verpassen.
Ihr fragt euch, wer die 12 Apostel sind?
6 einsame Felsen im Ozean – DIE Attraktion der Great Ocean Road!


Weil ein Teilabschnitt der Great Ocean Road immer noch gesperrt war, machten wir uns auf ins Landesinnere um die Triplet Falls anzuschauen. Leichter gesagt als getan …
Haben wir uns gestern ueber die Strassen beschwert? Wir nehmen alles wieder zurueck!
Der Weg zu den Wasserfaellen stellte sich naemlich als unbefestiger Forstweg mitten im Wald heraus. Aber auch dieser Weg hat sich gelohnt. Es wartete das Dschungelparadies auf uns! Ein 30-minuetiger Walk durch den Regenwald, wie man ihn sonst nur aus dem Tropenhaus der Wilhelma oder dem Dschungelcamp kennt, fuehrte uns zum absoluten Wunderwerk der Natur.


Nachdem wir vom Regenwald und dem Wasserfall so unglaublich beeindruckt waren, blieb keine Zeit mehr fuer weitere Sehenswuerdigkeiten und wir entschieden uns, nach Apollo Bay zurueck zu fahren, um einen Campingplatz zu suchen.
Suse hatte die wunderbare Idee eine Abkuerzung zu nehmen! Unser ganz persoenliches Highlight heute!
Serpentinen mitten durch den Regenwald mit einer zugelassenen Hoechstgeschwindigkeit von 20 km/h, kilometertiefe Abgruende, umgestuerzte Baeume auf der Fahrbahn und alles noch enger als zuvor! Zum Glueck hatten wir den Forstweg zum Ueben!
An dieser Stelle haetten wir euch gerne ein Video gezeigt, aber leider hat das Hochladen nicht so wirklich funktioniert!

Monday - we were lost

Neuer Tag – neues Glueck?
Naja … es regnet … schon wieder!
Das Zelt war noch nasser und wir in unseren Schlafanzuegen auch!
Da die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt und alles, was wir in die Hand nehmen, gut wird, musste auch dieser Tag gut werden!
Und es wurde alles gut – der gesperrte Abschnitt zwischen Apollo Bay war wieder geoeffnet.
Und so ging es diesmal entlang der Kueste Richtung Teddy Lookout.



So gut der Stopover am Teddy Lookout mit der Aussicht auf die Great Ocean Road auch anfing, so gut sollte er nicht weitergehen …
Gemeinsam entschieden wir uns, den Rundgang von ca. 300 m (SO war es ausgeschrieben) zurueck zum Auto zu nehmen. Aber was passierte dann? Ohne Toast, Wasser und Handyempfang verirrten wir uns im Wald!
Nach ca. 15 Minuten war uns klar, wir befinden uns definitiv nicht auf dem Rundgang sondern mitten im Nichts! Ein Trampelpfad sah aus, wie der andere und ein Ende war nicht in Sicht. Nina hatte die grandiose Idee, wie bei Haensel und Gretel den Weg zu markieren. Da wir ausnahmsweise mal ohne Toast unterwegs waren, markierte Nina den Weg mit Pfeilen aus Stoecken um den Wiedererkennungseffekt zu verstaerken.
Nachdem wir ca. 1 Stunde durch den Wald geirrt sind und wir schon Freundschaft mit den Tausenfuesslern geschlossen hatten, kamen wir irgendwann voellig fertig und ausgehungert am Auto an!
Auch dieses Video muessen wir euch leider vorenthalten, da die Internetverbindung bei Hungry Jacks (Burger King) nicht gerade die Beste ist...
Nach der langersehnten Toastpause dachten wir, unser Roadtrip waehre langsam zu Ende und wollten uns auf den Weg zurueck nach Melbourne machen. Auf dem Highway der Skyline entgegen.
Kennt ihr das Gefuehl, wenn man nach demn Urlaub auf der Autobahn am Sindelfnger Wald oder Herrenberger Kirche vorbei faehrt und weiss, es soind nur noch wenige Minuten bis nach Hause? Genau so fuehlten wir uns …
Aus den 5 Minuten wurde nur leider 1 Stunde! Nicht zum ersten Mal an diesem Tag waren wir komplett lost!
Aus dem Urwald-Dschungel in den Grossstadt-Dschungel! Hier haben wir es das erste Mal geschafft, uns tatsaechlich zu verfahren und den ersten australischen Strafzettel zu kassieren!
Acuh dieses Video koennen wir euch leider nicht zeigen und ihr muesst euch noch ein wenig gedulden. Aber ihr seht ... Nina hat ihre Aufgabe als Kamerafrau sehr ernst genommen!


Noch total geflasht von den vielen Eindruecken des Wochenendes kamen wir endlich zu Hause an.
Und es war wirklich wie nach Hause kommen … Menschen, die auf einen warten, frischgemachte Betten, das bekannte Chaos in Room 101 und der vertraute Hostel-Geruch.

Fuer euch zum Nachverfolgen unsere Reise-Etappen:
-          Melbourne ueber den Highway nach Geelong
-          Weiter nacht Torquay
-          Start der
Great Ocean Road
bis Lorne
-          Abstecher zu den Erskine Falls
-          Die Umleitung von Lorne ueber Deans Marsh bis Apollo Bay
-          Zum Cape Otway zum nichtgefundenen Leuchtturm
-          Wieder hoch auf die Great Ocean Road, vorbei an den Kuehen und den Koalas
-          Weiter nach Princetown – auch bekannt als das australische Mauren
-          Nach Port Campbell auf den Campingplatz
-          Am naechsten Tag nach Peterborough
-          Umgedreht und zu den 12 Aposteln gefahren
-          Weiter nach Lavers Hill
-          Ins Landesinneer Richtung Beech Forrest zu den Triplet Falls
-          Die ABKUERZUNG ueber Tanybryn bis nach Skenes Creek
-          Nach Apollo Bay zum zweiten Campingplatz
-          Am naechsten Tag den endlich geoeffneten Abschnitt direkt an der Kueste entlang bis nach Lorne
-          Irrweg durch den Wald beim Teddy Lookout
-          Ueber den Highway zurueck nach Melbourne
-          Die Karte unserer Melbourne-Route wollt ihr lieber nicht sehen ... geht leider auch nicht, da wir irgendwann aus der Karte rausgefahren sind ...

Fazit: Auf einer Skala von 1 - 10 bekommt dieses Wochenende eine 15!





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